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Nach Einspruch vor dem Amtsgericht Weilheim

Landwirt aus Penzberg gibt am Ende klein bei

Ein Landwirt aus Penzberg kämpfte vor Gericht gegen ein dreimonatiges Fahrverbot wegen einer groben Straßenverkehrsgefährdung. Am Ende gab er jedoch klein bei.

Penzberg/Weilheim – Noch einmal gut gegangen war ein verbotswidriges Überholmanöver des Landwirtes mit seinem Bulldog samt Anhänger. Auf der Straße von Penzberg Richtung Sindelsdorf hatte er im Juni eine Rollerfahrerin überholt. Er fuhr dabei über die durchgezogene Linie. Als ihm ein Pkw entgegenkam, musste die Rollerfahrerin eine Vollbremsung einlegen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Nur noch zehn Zentimeter Abstand war zwischen ihrem Roller und dem Hänger des Bulldogs – eine gefährliche Angelegenheit, die zu einem schlimmen Unfall hätte führen können. Dem Landwirt wurde eine grobe Straßenverkehrsgefährdung vorgeworfen, er legte aber Einspruch gegen das Fahrverbot ein.

Vor der eigentlichen Beweisaufnahme vor dem Amtsgericht Weilheim riet die Vorsitzende Richterin Christiane Serini dringend zu einer Rücknahme des Einspruchs. Bei so einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr käme man nicht um ein Fahrverbot herum, so die Richterin.

Der Landwirt wollte plötzlich aber gar nicht mehr selbst gefahren sein. Es hätte auch sein können, dass er an diesem Tag den Bulldog verliehen hatte, gab er vage an, konnte aber keine Namen nennen. „Es arbeiten so viele Leute bei mir, auch vom Maschinenring“, erklärte er.

Richterin Serini war erstaunt. „Eines weiß ich: Einem Landwirt ist sein Bulldog heilig“, sagte sie und bezweifelte, dass der Mann nicht mehr weiß, wem er angeblich das Fahrzeug geliehen haben könnte. Serini machte den Landwirt dann auch darauf aufmerksam, dass er nach neuem Gesetz einen Monat Zeit habe, um den Führerschein abzugeben. „Dann ist erst mal Winter. Und im Frühjahr, wenn es wieder losgeht mit dem Bulldogfahren, haben Sie den Schein wieder“, sagte die Richterin an den Landwirt gewandt.

Nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger, zog der Mann seinen Einspruch zurück, akzeptierte den Strafbefehl – und räumte somit seine Schuld ein.

Regina Wahl-Geiger

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