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"Lebenswertes Peißenberg" lässt sich nicht entmutigen

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Sie führen „Lebenswertes Peißenberg“ (v.l.): Manfred Fischer (Beisitzer), Margarita Höck (Kassiererin), Jürgen Kistner (Beisitzer), Ursula Girmond (Schriftführerin), Renate Neumeier (Beisitzerin), Bernd-Michael Habermeyer (1. Vorsitzender), Hardy Stückl (2. Vors.) und Heike Habermeyer (Beisitzerin).  Foto: preller
Sie führen „Lebenswertes Peißenberg“ (v.l.): Manfred Fischer (Beisitzer), Margarita Höck (Kassiererin), Jürgen Kistner (Beisitzer), Ursula Girmond (Schriftführerin), Renate Neumeier (Beisitzerin), Bernd-Michael Habermeyer (1. Vorsitzender), Hardy Stückl (2. Vors.) und Heike Habermeyer (Beisitzerin). Foto: preller

Peißenberg - „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ So könnte man die Stimmung beschreiben, die bei der Hauptversammlung des Vereins „Lebenswertes Peißenberg“ herrschte. Worauf die Hoffnungen ruhen...

Obwohl man im Kampf um den Lärmschutz an der Umgehung immer wieder Rückschläge hinnehmen muss, lassen sich Vereinschef Bernd-Michael Habermeyer und seine Mitstreiter nicht entmutigen. Der letzte Rettungsanker: Das vorgeschlagene Bürgersolarkraftwerk an der B 472, das notfalls auch in Eigenregie realisiert werden soll.

Rund 20 der knapp über 100 Vereinsmitglieder waren zur Versammlung ins Campingplatz-Stüberl gekommen. Neben den turnusmäßigen Neuwahlen - Habermeyer erhielt für weitere zwei Jahre das Vertrauen - stand der Tätigkeitsbericht des alten und neuen Vorsitzenden im Mittelpunkt. Habermeyer blickte auf das gescheiterte Bürgerbegehren zum Lärmschutz zurück - „es ist für den normalen Bürger sehr schwierig, sein Recht auf direkte Demokratie wahrzunehmen“ - und warb für das Bürgersolarkraftwerk. Das kombinierte Schallschutz- und Energieprojekt sei vom Umfang her nicht mit den ursprünglichen Lärmschutzplänen zu vergleichen, sondern konzentriere sich auf die vom Staatlichen Bauamt offerierte Wallaufschüttung, etwa im Bereich des Campingplatzes oder östlich der Firma „Agfa“. Entsprechend würden weniger Kosten für den reinen Lärmschutz anfallen. Habermeyer rechnet mit rund 100 000 Euro, die letztlich über die Rendite der integrierten PV-Anlagen finanziert werden sollen. Deren Wirtschaftlichkeit steht für den Vereinschef trotz des hohen Investitionsaufwands (rund 3,3 Millionen Euro) außer Frage: „Wenn sich das Projekt nicht rechnet“, so Habermeyer, „dann rechnet sich überhaupt kein Freiflächensolarprojekt mehr in Deutschland.“ Doch in welchem institutionellen Rahmen soll das Kraftwerk realisiert werden? Wie Habermeyer am Rande der Versammlung bestätigte, will der Verein die Planungen innerhalb der neuen Energiegenossenschaft zur Diskussion stellen. Deren Gründung wurde gerade im Zuge der Debatte um das Solarkraftwerk forciert. Etwas überraschend bremst Habermeyer, der in den Aufsichtsrat der Genossenschaft gewählt wurde, die Erwartungen: „Langfristig schon, kurzfristig eher nicht“, antwortet er auf die Frage, ob und wann das Projekt von der Genossenschaft übernommen werden könnte: „Man muss der Genossenschaft Zeit lassen, sich mit Leben zu füllen“, so Habermeyer.

Zeit ist aber genau das, was „Lebenswertes Peißenberg“ nicht hat: Das Angebot des Bauamts für die Wallaufschüttung läuft Ende 2013 ab. Habermeyer drängt deshalb: „Wenn es über die Genossenschaft nicht klappt, dann machen wir es selber. Wir müssen da jetzt relativ schnell ran.“ Man habe bereits ein Ingenieurbüro beauftragt und wolle spätestens bis Juli die Bauanträge einreichen: „Wir haben eine Chance, aber das erfordert auch guten Willen von der Politik“, hofft Habermeyer auf Unterstützung durch die Gemeinde. An der Rathausspitze hält man die Kraftwerkspläne jedoch für nicht auf die Schnelle umsetzbar. Für den Fall, dass das Kraftwerk nicht gebaut wird, sieht Habermeyers Prognose düster aus: „Dann wird es auch keinen Lärmschutz mehr geben.“

Bei den Neuwahlen wurden in den Vereinsvorstand gewählt (im Bild v.l.): Manfred Fischer (Beisitzer), Margarita Höck (Kassiererin), Jürgen Kistner (Beisitzer), Ursula Girmond (Schriftführerin), Renate Neumeier (Beisitzerin), Bernd-Michael Habermeyer (1. Vorsitzender), Hardy Stückl (2. Vors.) und Heike Habermeyer (Beisitzerin).

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