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Viele Besucher säumten den Weg bei der Leonhardifahrt in Peißenberg.

Tausende Besucher bei Leonhardifahrt

Schöne Rösser, edle Reiter, begeisterte Zuschauer

Peißenberg - Schön herausgeputzt waren die Pferde und Reiter wieder für die Leonhardifahrt. Damit alles so schön ausschaut, braucht's viel Einsatz.

Für die Rosserer bedeutet die Leonhardifahrt Pflege von Brauchtum und – bei schönem Wetter – ein schönes Erlebnis, wenn sie mit ihren prächtig herausgeputzten Pferden und Wagen durch den Ort ziehen. Gestern waren 50 Gespanne und zahlreiche Reitergruppen nach Peißenberg gekommen, wo mehrere tausend Besucher entlang des Wegs warteten, bis diese an ihnen vorbeizogen. Fast eine halbe Stunde lang dauerte es, bis auch die letzten Reiter die Hauptstraße hinunter Richtung Maria Aich verschwunden waren.

Bilder der Leonhardifahrt

Bilder der Leonhardifahrt

Die Fahrt ist aber nicht nur schön, sondern macht auch schön viel Arbeit. Für die Rosserer bedeutete die Teilnahme an der Peißernberger Leonhardifahrt ein Pensum jenseits des Acht-Stunden-Tages. Hinzu kamen noch die Vorbereitungen im Vorfeld.

Nachdem die Pferde schon am Samstag gewaschen wurden, begann der Leonhardi-Tag für Thomas Kapfenberger um fünf Uhr: Der Peißenberger, auf dessen Hof es schon zur Tradition gehört, an Leonhardi mitzufahren, war heuer mit drei Pferden dabei, die zuerst gefüttert und dann hergerichtet werden mussten.

Ähnlich sah es bei Michael Lutz aus Egling bei Murnau aus. Seit fünf Uhr war er mit der 18-jährigen Stute „Bessi“ beschäftigt, die von seiner Tochter Karin geritten wurde. Sein Terminplan: 7.30 Uhr: Verladen, 8 Uhr: Ankunft in Peißenberg, 14 Uhr: wieder daheim.

Noch länger war der Tag für Heinrich Goldhofer aus Aidling. Er hat „um halb fünf angefangen, die Pferde zu füttern“. Bis er mit seinen vier Hengsten wieder daheim sein werde, wird es früher Abend sein, vermutete er am Morgen. Dafür hatten seine Pferde eine besondere Ehre: Sie zogen heuer den Wagen mit Peißenberger Motiven – Rathaus, Bergwerk und fünf Kirchen.

Keine Arbeit mehr hat hingegen Stefan Barnsteiner. Er sei „nur noch passiv dabei“, sagte er. Als er noch Pferde hatte, fuhr er den „Wagen der Bauernschaft“. Die Vorbereitung zog sich meist eine Woche lang hin. Auch jetzt, als Zuschauer, lässt er keine Leonhardifahrt aus.

Im Hintergrund sind nun viele andere aktiv, damit die Fahrt möglich ist. Robert Graßl half heuer beim Abzeichenverkauf. „Das macht man doch gern“, sagte der Trommler vom Trachtenverein „Markt Peißenberg“. Für die Absperrung der Straßen sorgten Polizei und Feuerwehr. Letztere war laut Maxi Hutter von der Peißenberg Wehr mit rund zwei Dutzend Einsatzkräften vor Ort.

Das Rote Kreuz war heuer mit drei Fahrzeugen und acht Leuten bei der Leonhardifahrt. Hauptproblem sei, dass bei manchem Zuschauern der Kreislauf schlapp mache. „Nicht dastehen wie ein Hackstock“, riet ein Sanitäter von der Peißenberger Bereitschaft den Zuschauern, „sondern die Füße oder wenigsten die Zehen bewegen.“ Das halte den Kreislauf in Schwung.

Den Ratschlag, sich zu bewegen, beherzigten viele der Besucher, die sich auf der Wiese vor der Maria-Aich-Kirche eingefunden hatten, wo der Abschlussgottesdienst gefeiert wurde. Sie machten sich auf den Weg zum Würstl-Stand, den ein Peißenberger Metzger seit 30 Jahren bei der Leonhardifahrt betreibt. Da bei der Veranstaltung fast immer schönes Wetter sei und daher viele Besucher kämen, lohne sich der Verkauf von Weißwürsten und Wienern, so Florian Steidl. Die Mengenplanung sei ganz einfach: „Wenn man am Morgen um sechs Uhr in den Himmel schaut, weiß man, wie viele Würste gebraucht werden.“

Alfred Schubert

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