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Die Pfarrer Gerhard Schmid (l.) und Georg Fetsch zelebrierten gemeinsam den letzten Gottesdienst im Krankenhaus Peißenberg, das geschlossen wird. 

Letzter Gottesdienst im Krankenhaus peissenberg

Zum Abschied blickt Pfarrer Gerhard Schmid zurück

Peißenberg - Nach 50 Jahren ist Schluss. Zum letzten Gottesdienst im Krankenhaus Peißenberg blickt Pfarrer Gerhard Schmid zurück.

„Ich wollte immer eine Pfarrei mit Krankenhaus“, so Pfarrer Gerhard Schmid im Rückblick auf den Anfang seiner Laufbahn als Geistlicher. Am Freitag zelebrierte er – zum Abschied nach 50 Jahren – gemeinsam mit Pfarrer Georg Fetsch den letzten Gottesdienst, der in der Krankenhauskapelle stattfand.

Schmid war Kaplan in der Pfarrei Mariae Himmelfahrt in Weilheim, dann Benefiziat in Dießen. Nach dieser kurzen Wanderschaft wurde er im Alter von 32 Jahren am 1. Dezember 1965 sesshaft – als Pfarrer von St. Johann, wo er auch das hatte, was er sich immer schon für seinen Zuständigkeitsbereich gewünscht hatte: ein Krankenhaus. Ab 1974 betreute er auch die Bewohner des – damals neuen – Altenheims, das heute nicht mehr existiert.

33 Jahre blieb er Pfarrer der damals noch selbstständigen Pfarrei St. Johann, zu der auch die Kirche Maria Aich gehörte, die die Peißenberger gerne für Hochzeiten und Taufen auswählten. Eine Ausnahme ist dem Pfarrer gut in Erinnerung geblieben. „Einmal hat ein Patient die kirchliche Trauung im Krankenhaus gewollt“, erinnert er sich. Diese wurde dann in der Kapelle gefeiert.

Bis zu drei Gottesdienste pro Woche gab es anfangs im Krankenhaus. Wie oft er in der kleinen Kapelle, die in fünf Bankreihen Platz für 30 Besucher bietet, den Gottesdienst gefeiert hat, weiß Schmid nicht mehr. Aber er erinnert sich noch an viele Ereignisse in den 50 Jahren. Zum Beispiel daran, dass es zu Bergwerkszeiten ein großes Krankenzimmer gab, in dem immer viele Bergleute waren, die wegen kleinerer Verletzungen behandelt wurden.

Schafkopf spielen mit den Patienten

Dort sei die Stimmung immer gut gewesen. Und die Klosterfrauen, die sonst streng über die Einhaltung der Nachruhe wachten, hätten den Patienten sogar erlaubt, länger aufzubleiben, wenn der Pfarrer noch da war und mit ihnen Schafkopf spielte.

„Es tut mir leid, dass jetzt Schluss ist“, so Schmid mit melancholischem Unterton, es sei eine schöne Zeit gewesen, sowohl die Zeit als Pfarrer von St. Johann, als auch die Zeit nach 1998, als er – obwohl offiziell schon im Ruhestand – immer noch der Seelsorger des Krankenhauses war.

Und zwei Dinge freuen Pfarrer Schmid ganz besonders: zum einen „das gute Verhältnis zu den Ärzten und allen Mitarbeitern“ und zum anderen, dass in jüngster Zeit wieder anerkannt wird, dass auch die Seelsorge für die Genesung der Patienten wichtig ist.

Mit der Schließung des Krankenhauses endet eine Tradition in Peißenberg. Pfarrer Georg Fetsch findet es „schade, dass hier, in dieser Kapelle, wohl keine Gottesdienste mehr gefeiert werden“. Und er fügt an: „Aber es geht weiter.“ Der Glaube sei nicht von einem bestimmten Ort abhängig.

Alfred Schubert

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