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Dr. Ulf Knabewar Chefarzt in Peißenberg.

Die letzten Tage des Krankenhauses Peißenberg

„Die Atmosphäre war sehr familiär“

Peißenberg – 18 Jahre lang war Dr. Ulf Knabe Chefarzt im Peißenberger Krankenhaus – von 1984 bis 2002. Zum 1. Februar wird das Krankenhaus geschlossen, ein Krankenhaus, das Knabe prägte und das ihn prägte. Ein Gespräch wenige Tage vor dem endgültigen Aus.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie hörten, dass das Krankenhaus nun geschlossen wird?

Eigentlich nicht viel, denn das Ende war ja schon seit langem absehbar. Spätestens seit 2004, als mein Nachfolger nach seinem Urlaub an der Tür einen Zettel vorfand, auf dem „Chirurgie geschlossen“ stand. Er musste die Patienten, die ja schon Termine hatten, wieder wegschicken. Er hatte immer wieder Lob bekommen, dass er so viele Operationen ambulant vornahm, aber dann standen halt die Betten leer. Und das wiederum wurde von der Verwaltung nicht gern gesehen.


Was bedeutete Ihnen die Arbeit im Peißenberger Krankenhaus?

Herrlich war schon der tägliche Weg zur Arbeit mit dem Blick auf die Berge. Die Patienten waren so positiv gegenüber dem Krankenhaus eingestellt, und das Personal zog unglaublich gut mit. Für all das bin ich heute noch dankbar. Es wäre ein Traum gewesen, dort zu arbeiten, hätte es da nicht den zunehmenden Druck von Verwaltung und Krankenkassen gegeben.


An was erinnern Sie sich besonders?

Es war eine wunderschöne Zeit, die Atmosphäre war sehr familiär. Bei organisatorischen Problemen half immer jemand aus. Es gab eine große Bereitschaft zur Kooperation. Auch wenn ich zum Beispiel mit Dr. Fischer im Dienst nicht immer einer Meinung war, so haben wir privat miteinander harmoniert, sogar musiziert. Er spielte Cello, ich Flöte in einem Quartett. Ein so fest in der Bevölkerung verwurzeltes Krankenhaus gibt es nicht noch einmal. Und wir haben dort ja auch Innovationen eingeführt, nicht nur bei den Herzschrittmachern. Dazu zählen arthroskopische Operationen, diese minimalinvasive Chirurgie haben wir in Peißenberg schon 1984 eingeführt.


Gab es eine Alternative zur Schließung?

Seitdem die Chirurgie geschlossen worden war und auch die Gynäkologen die Geburtshilfe wegen der hohen Beiträge zur Haftpflichtversicherung aufgaben, habe ich keine Alternative für das Haus mehr gesehen.


Aber es gab Ideen?

Es gab Vorschläge. Ich habe zum Beispiel der Knappschaft angeboten, als Belegarzt weiter zu arbeiten. Auch Weilheimer Belegärzte wollten später den Operationssaal, der übrigens sehr schön war, für ambulante Operationen nutzen, aber die Krankenhausverwaltung ist nicht darauf eingegangen.


Was wünschen Sie dem von der Schließung betroffenen Personal?

Den Beschäftigten wünsche ich, dass sie an ihren neuen Arbeitsplätzen gut aufgenommen werden und zufrieden weiter arbeiten und leben können.

Brigitte Gretschmann

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