Eine typische Zeichnung  von Ludwig von Nagel, wie sie verschiedene Zeitschriften veröffentlichten.

Ausstellung im Stadtmuseum

Ein Humorist aus Weilheim, neu entdeckt

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Weilheim - Das Stadtmuseum präsentiert ab Samstag Ludwig von Nagel (1836-1899). Er zeichnete für die „Fliegenden Blätter“.

Ein Foto von Ludwig non Nagel aus dem Jahr  1870.

 Wer, bitte, ist Ludwig von Nagel? Es dürfte wenige Weilheimer geben, denen dieser Künstler des 19. Jahrhunderts geläufig ist. Doch das wird sich nun ändern. Ab kommendem Samstag widmet das Stadtmuseum Weilheim dem Vergessenen eine eigene Ausstellung. Und der Titel macht durchaus neugierig: „Ludwig von Nagel – Ein humoristischer Zeichner aus Weilheim“.

Der Künstler, am 29. März 1836 in Weilheim als Sohn der Apothekers-Tochter Johanna Klieber und des Landgerichtsassessors Anton Wilhelm von Nagel geboren, machte eine Militär-Karriere. Doch seine große, eigentliche Leidenschaft war das Zeichnen und Malen – ihr widmete sich von Nagel insbesondere nach der Pensionierung.

„Als Pferdeliebhaber und Kavallerie-Offizier nahmen in seinen Zeichnungen und humorvollen Bildergeschichten Pferde einen wichtigen Platz ein“, weiß Dr. Tobias Güthner, der Leiter des Stadtmuseums: „Mit Vorliebe nahm er dabei all jene aufs Korn, die mit Pferden nur ungenügend umgehen konnten: die Städter, die sich am Wochenende als Sonntagsreiter betätigten, die jungen Bauernburschen, die ihre Pferde nicht im Zaum halten konnten, oder die Rekruten, denen mühsam das Reiten und der Umgang mit Pferden nähergebracht werden musste.“

Bekannter wurde Ludwig von Nagel aber als Gründer einer jener geselligen Vereinigungen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so beliebt waren. Die von ihm ins Leben gerufene „Gesellschaft der Niederländter“ existiert bis heute in 19 deutschen Städten, sagt Güthner. Am 8. September 1899 verstarb von Nagel in Krailling.

Die Ausstellung im Weilheimer Stadtmuseum präsentiert Lithographien von Ludwig von Nagel, die in den beliebten Zeitschriften „Münchner Bilderbogen“ und „Fliegende Blätter“ veröffentlicht oder auch als gebundene Bücher herausgegeben wurden. Dazu kommen Leihgaben der „Gesellschaft der Niederländter“ und der „Geselligen Vereinigung bildender Künstler Münchens“, die weitere Facetten dieses vergessenen Künstlers zeigen.

Zu sehen

ist die Ausstellung „Ludwig von Nagel – Ein humoristischer Zeichner aus Weilheim“ bis 29. März im Stadtmuseum Weilheim: Di-Sa 10-17 Uhr, So 14-17 Uhr. Zur Eröffnung am kommenden Samstag, 20. Februar, 11 Uhr, hält Dr. Tobias Güthner eine Einführung in Leben und Werk (Begrüßung: Kulturreferentin Ragnhild Thieler).

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