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Harmonische Auslöse eines Maibaums: Bürgermeister Michael Bernwieser (r.) freute sich über den Gewinn fürs Brauchtum – und bestellte für die Diebe gleich mal Bier und Broitzeit.

Maibaum in Seeshaupt gestohlen

Um 6.20 Uhr schlug der Burschenverein zu

Magnetsried – Michael Bernwieser, Seeshaupts Bürgermeister, war natürlich gar nicht begeistert, als er es erfuhr: Der Magnetsrieder-Jenhauser Burschenverein hatte am Sonntagmorgen um 6.20 Uhr den örtlichen Maibaum gestohlen.

Aber „Respekt vor der Leistung. So friedlich, harmonisch und sicher wie die Burschen das gemacht haben – da hat das Brauchtum in jeder Form gewonnen“, lobte das Dorfoberhaupt. Bernwieser hat sich dann auch nicht lumpen lassen, und gleich in der Früh bei einer Wirtschaft Brotzeit und Bier für alle bestellt. Diese wurde dann zusammen genossen.

Der „Überfall“ in Seeshaupt war sehr gut geplant: Seit 4 Uhr lagen 16 Burschen aus Magnetsried und Jenhausen in Seeshaupt auf der Lauer und beobachteten den bewachten Maibaum beim Feuerwehrhaus. Um keinen Lärm zu machen, hatten sie den Transport-Bulldog am Ortsrand von Seeshaupt abgestellt. In den Ort wurde sich lediglich mit dem Baumwagen in den Ort geschlichen, erklärte Leonhard Bader.

Der Zufall spielte ihnen in die Hände. Denn nach zwei Stunden des Auskundschaftens machte eine Wachmannschaft wohl etwas früher Schluss, und die Ablösung verspätete sich. Das war die Gelegenheit, auf die die Burschen in den Büschen lange gewartet hatten. Leise und geschickt lupften sie den weißen Seeshaupter Maibaum auf den Unterleger, und schon waren sie weg. Nach der feucht-fröhlichen Auslöse durch die Seeshaupter wurde der Maibaum noch am gleichen Tag wieder zurückgebracht. Ehrensache ist übrigens auch, dass die Magnetsrieder und Jenhauser Burschen beim Aufstellen am 1. Mai in Seeshaupt mithelfen. Ihr eigener Maibaum ist übrigens noch nie geklaut worden.

gro

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