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Martin Abfalter von den "St. Leonhards-Quellen"

Kloster Wessobrunn

"Wir brauchen nicht das ganze Kloster"

Wessobrunn - Das Gerangel um das Kloster Wessobrunn geht weiter. Nun meldet sich der mögliche neue Investor, Martin Abfalter von den "St. Leonhards-Quellen" im Interview zu Wort - und erklärt seine Pläne für das alte Gebäude.

Nachdem Bischof Konrad Zdarsa dem Wessobrunner Pfarrer Anfang Mai eine Frist von zwei Wochen für die Entscheidung gesetzt hatte, verlängerte er diese nun bis September. Während der Bischof und die Missions-Benediktinerinnen das Kloster gerne an einen Klinikkonzern verkaufen würden, will Martin Abfalter, Geschäftsführer der „St. Leonhards-Quellen“, das Kloster kaufen und dort eine Akademie einrichten. Was er genau vorhat, erzählt Abfalter im Interview.

Angenommen, der Kauf klappt – was wäre in Zukunft im Kloster Wessobrunn?

Wir wollen dort eine Akademie einrichten, in der es um das Thema „Wasser“ geht. Ärzte, aber auch Interessierte, sollen fortgebildet werden. Wir arbeiten eng mit der Ärztekammer zusammen, die Mediziner erhalten durch die Seminare also auch Fortbildungs-Punkte, die sie ja vorweisen müssen.

Was muss man sich unter dem Themengebiet „Wasser“ vorstellen?

Wir wollen darüber aufklären, was Wasser alles bewirken kann. Darüber hinaus soll es aber auch um Ernährung und alternative Medizin gehen.

Zusätzlich Gesundheitszentrum für alternative Ärzte geplant

Ist das Kloster für eine Akademie dieser Art nicht viel zu groß?

Doch, die Akademie allein wäre tatsächlich zu wenig für die große Anlage. Deshalb wollen wir noch mehr daraus machen. Uns schwebt ein Gesundheitszentrum für alternative Ärzte vor. Verschiedene homöopathische Ärzte könnten dort Praxen betreiben.

Das heißt, die Planung ginge wie die Kliniklösung, die der Bischof anstrebt, auch in eine medizinisch-behandelnde Richtung?

Ja, Patienten wären dann natürlich auch vor Ort. Aber es soll keine Klinik werden, sondern ein Gesundheitszentrum.

Wollen Sie die gesamte Klosteranlage kaufen oder nur einen Teil?

Grundsätzlich wollen wir alles kaufen, denn die Gebäudeteile gehören ja zusammen. Wir müssen aber nicht alles haben. Der Teil, der den Benediktinerinnen gehört, würde uns reichen. Wir sind da sehr offen.

Wie sind Sie eigentlich auf Wessobrunn gekommen?

Wir suchen schon seit rund zwei Jahren nach einem passenden Standort für die Leonhards-Akademie. Zufällig haben wir vom Verkauf des Klosters erfahren und es besichtigt. Allerdings haben wir nur das gesehen, was bei Fürhungen gezeigt wird.

"Ein Seminarhotel wird es ganz sicher nicht"

Und Sie waren trotzdem überzeugt?

Ja, sofort. Das Kloster passt durch den historischen Zusammenhang und die Rolle, die Wasser in Wessobrunn spielt, sehr gut zu uns (Anm. d. Red.: Das Kloster wurde dem Mythos nach aufgrund dreier Quellen gegründet).

Nun sind Sie von den Entscheidern in Wessobrunn bisher noch nicht so freudig aufgenommen worden – böse Zungen werfen Ihnen vor, lediglich ein Seminarhotel einrichten zu wollen.

Ein Seminarhotel wird es ganz sicher nicht. Wir werden vielleicht ein paar Zimmer haben, für die Vortrags-Teilnehmer. Aber wir haben nicht vor, das Kloster auf ein Hotel auszulegen. Dass die Benediktinerinnen eher die Klinik bevorzugen, verstehe ich. Zur Klinik bestehen schon länger Kontakte, uns kennen die Schwestern nicht.

Wessobrunns Bürgermeister Helmut Dinter sagte in einer Gemeinderatssitzung, Sie hätten als Konzept „nur ein paar Seiten“ vorgelegt, deshalb verstehe er die Zurückhaltung der Schwestern.

Ein Konzept mit Detailplanungen werden wir auch jetzt nicht machen. Planen kann ich viel, was hinterher umgesetzt wird, ist etwas anderes. Das ist bei der Klinik genauso. Sicher ist: Wir werden gewisse Bereiche öffentlich zugänglich lassen, die Führungen werden nicht eingestellt. Wir wollen ja, dass Publikum kommt. Noch einmal: Wir brauchen nicht das ganze Kloster.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben einen Termin mit dem Münchener Makler, den die Schwestern beauftragt haben. Er wird uns nähere Infos geben, wir wissen ja noch relativ wenig. Geklärt soll auch werden, was das Kloster überhaupt kostet. Ich denke, unsere Chancen für einen Kauf stehen ganz gut.

Das Interview führte Veronika Stangl

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