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Sie feierten mit Markus Feyerabend (oben): (v.l.): Frank Zellner, Alois Zellner (beides Fluglehrer und Feyerabends Bodencrew in Dubai), Werner Hoyer (Sportreferent des Peißenberger Marktrats), Jürgen Barth (Mitorganisator der World-Air-Games), Marcus Knoch (Sponsor CFC), Ehefrau Doris Feyerabend, Dr. Thomas Schleich (Vorstand „Flugbetrieb“ beim Luftsportverein), Franz Palmberger (Vorstand „Technik“) und Vereinspräsident Martin Pape. 

empfang in paterzell

„Maxu“, der Kunstpilot

Paterzell- Der Peißenberger Markus Feyerabend holte bei den World-Air-Games in Dubai Freestyle-Goldmedaille im Segelkunstflug. Seine Kameraden überraschten ihn mit einem Empfang.

Fünfmal deutscher Meister, Gold- und Bronzemedaillengewinner bei Weltmeisterschaften sowie aktueller Mannschaftsvizeweltmeister. Recht viel mehr an Erfolgen geht nicht? Doch – für Markus Feyerabend schon. Zum Abschluss seiner 14-jährigen Segelkunstflugkarriere hat der Top-Pilot des Luftsportvereins Weilheim-Peißenberg bei den FAI-World-Air-Games für ein krönendes Highlight gesorgt: eine Goldmedaille.

Die Teilnahme an der Großveranstaltung in Dubai wäre an sich schon eine Ehre gewesen. Die Air-Games, die in 23 Disziplinen (unter anderem Kunstflug, Ballonfahren, Fallschirmspringen) mit rund 900 Aktiven ausgetragen werden, gelten in der Szene inoffiziell als die Olympischen Spiele der Luftfahrt. Nur die von der FAI (Fédération Aéronautique Internationale) ausgewählte Weltelite wird eingeladen. „Dabei sein“ ist für die meisten Piloten alles.

Doch wenn Feyerabend mit seinem Swift-S1-Flugzeug in die Lüfte steigt, dann ist das meist mit Edelmetall verbunden – so auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Der 44-jährige Peißenberger holte sich in der „Freestyle-Wertung“ Gold und belegte im Gesamtklassement Rang vier. Geflogen wurde über der aufgeschütteten Palmeninsel von Dubai. Für Feyerabend ein unvergessliches Erlebnis: „Die World-Air-Games wird nichts toppen. Es war ein gewaltiges Event – schon allein von der Location her. So etwas wird in meinem Leben nie wieder passieren.“

Natürlich freute man sich auch in der Heimat auf dem Paterzeller Flughafen über den Erfolg. Gut, das mit der Überraschungsparty hat nicht ganz geklappt. Ein lokaler Radiosender war mit der Terminankündigung vorgeprescht, so dass Feyerabend schon im Vorfeld wusste, dass ein Empfang für ihn stattfinden würde. Gerührt war er trotzdem, als er das Vereinsstüberl am Flughafengelände betrat. Dort versammelten sich Familienangehörige, Weggefährten, Lokalpolitiker, Sponsoren, und Vereinskollegen. Auf ihren „Maxu“ sind die rund 160 Mitglieder des Luftsportvereins eben stolz. Er ist ein Aushängeschild, wie Vereinspräsident Martin Pape betont: „Markus hat alle möglichen Titel gewonnen. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, den Segelflugsport nach außen zu tragen.“

Feyerabends Flugleidenschaft deutete sich bereits im Kindesalter an. „Wenn andere zum Fußballspielen gegangen sind, dann bin ich mit Matchboxfliegern und Flugmodellen rumgerannt“, erzählt er. Nach dem Schulabschluss ging es zum Luftsportverein – und im wahrsten Sinne des Wortes steil nach oben. Bis dato hat Feyerabend rund 5000 Starts (davon 1500 im Kunstflug) absolviert. Auch zwei brenzlige Situationen gab es: Einen Crash mit einem Modellflieger und einen Kunstflug, bei dem er im Cockpit einen Blackout hatte: „Ich habe mich selber bewusstlos geflogen. Für einige Sekunden war das Flugzeug führerlos“, erzählt er. Und was fasziniert ihn an der Kunstfliegerei? „Der Reiz ist, das Fliegen in drei Dimensionen zu beherrschen – mit dem Kopf nach oben, nach unten oder in der Senkrechten.“

Mit der Teilnahme an den World-Air-Games hat Feyerabend das Kapitel „Segelkunstflug“ abgeschlossen. Die sportliche Karriere ist aber nicht zu Ende. Der IT-Salesmanager wechselt zum Motorkunstflug. „Es war einfach Zeit für etwas Neues, für eine andere Herausforderung“, begründet Feyerabend den Umstieg: „Im Segelkunstflug habe ich alles erreicht – jetzt fange ich wieder unten an.“ Der Hauptunterschied zwischen den Disziplinen: Die Motorflieger sind wesentlich wendiger und die Kür-Programme etwas komplexer. Auch die Konkurrenz ist beim Motorkunstflug stärker.

Ob Feyerabend irgendwann beim Red-Bull-Air-Race an den Start gehen wird? „Nicht wirklich. Da wird schon sehr extrem geflogen.“ Zusammen mit seinem Vereinskollegen Hans-Georg Resch hat er sich aber vor gut einem Jahr eine Maschine gekauft, die bereits bei der Red-Bull-Serie im Einsatz war. Die „Extra 300 S“ steht auf einem Flughafen bei Memmingen. Feyerabend wird deshalb seine Rollen, Turns und Loopings nicht mehr am Paterzeller Fluggelände in die Luft zaubern. Aber die heimischen Vereinskollegen können aufatmen. Ganz verzichten müssen sie auf ihren „Maxu“ nicht: „Ich werd’ euch nicht verloren gehen“, versprach Feyerabend bei der „Überraschungsparty“.

Bernhard Jepsen

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