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Erlebnis „Weilheimer Stadtwald“: Drittklässler aus dem Landkreis kamen im Sommer zu den Walderlebnisspielen. 

Mehr Natur, weniger kommerz

Mehr „Öko“ im Stadtwald

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Weilheim - Weniger Nutzwald, mehr Naturschutz: Dieses Motto soll in den kommenden Jahrzehnten für Weilheims Stadtwald gelten. 

 Rund 445 Hektar umfasst der Waldbesitz der Stadt Weilheim – von großen Flächen jenseits des Dietlhofer Sees über das Gögerl und die Au bis zum Spitalwald bei Eberfing. Zuletzt wurden jährlich um die 4000 Festmeter Holz (vor allem Fichte) daraus gewonnen, in guten Jahren nimmt die Stadt rund 150 000 Euro durch den Holzverkauf ein.

Doch das wird sich ändern. 20 bis 30 Prozent weniger Holz soll künftig aus dem Stadtwald geholt, dafür der Naturschutz forciert werden. So sieht es die neue „Forstbetriebsplanung der Jahre 2016 bis 2035“ vor, die Dr. Stephan Gampe – er hat als Abteilungsleiter am Amt für Landwirtschaft und Forsten die Betriebsleitung für den Stadtwald Weilheim inne – im Bauausschuss des Stadtrates vorstellte. Dort gab es viel Lob für das erweiterte Naturschutzkonzept – auch wenn der Stadt damit Einnahmen verloren gehen. Denn das Rathaus hat großes Interesse, Flächen für ihr „Ökokonto“ zu gewinnen: Sie dienen bei neuen Bauland-Ausweisungen rechnerisch als Ausgleich.

„Die Ökopunkte sind wichtig“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Ausschuss, „weil Weilheim wachsen wird“. Und er betonte, dass der wirtschaftliche Nutzen des Waldes für den Stadtrat „nie im Vordergrund gestanden“ sei. So werde die Stadt in puncto Wald ihrer „Vorbildfunktion“ gerecht, sagte Rupert Pentenrieder (BfW) als Stadtratsreferent für Landwirtschaft und Forsten. Und für SPD-Vertreterin Petra Arneth-Mangano leistet die Stadt so auch „einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“.

Ein spezielles Gutachten soll demnächst klären, welche Flächen explizit für das „Ökokonto“ gewertet werden; das Stadtbauamt bereitet derzeit die Ausschreibung für einschlägige Fachbüros vor. Rechnen könnte sich dieser Kurs für die Stadt auch, weil es Zuschussmöglichkeiten für verstärkten Naturschutz im Wald gibt. Welche genau, das hat eine von zwei Masterarbeiten untersucht, in denen sich Studenten der TU München mit Weilheims Stadtwald beschäftigten. Auch ihre Ergebnisse flossen in die „Forstbetriebsplanung“ für die nächsten 20 Jahre ein.

Und wie werden die ökologischen Verbesserungen konkret aussehen? Laut Gampe sollen beispielsweise rund 60 Hektar Fichtenbestände in Laubwald umgewandelt werden. Außerdem will man „Bäume älter werden lassen“, Totholz mitunter länger liegen lassen (im Sinne eines Biotops), Bachläufe offener gestalten und Baumarten pflanzen, die selten geworden oder sogar bereits ganz verschwunden sind – etwa Elsbeeren, Holzapfel, Holzbirne oder in Schluchtwäldern auch Eiben. Sicherungsarbeiten entlang von Wegen sollen auch für Spaziergänger die Attraktivität des Waldes erhöhen.

Wie Jäger und Waldbesitzer zu diesem Konzept stehen, wollte in Weilheims Bauausschuss CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl wissen („Immer, wenn ich ,Naturschutzkonzept’ lese, werde ich etwas nervös“). Da gebe es „keine Probleme“, antwortete Gampe, der Stadtwald bleibe „geöffnet“ und werde „kein Naturschutzreservat“.

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