Mehrfamilienhaus an der Krumpperstraße

Einfach zu wuchtig

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Weilheim - Ein geplantes fast 40 Meter langes Mehrfamilienhaus stößt auf Ablehnung bei der Stadt. Es ist dem Bauausschuss zu wuchtig. 

 Einen „fast 40 Meter langen Klotz“ – so formulierte es Grünen-Stadtrat Alfred Honisch in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung – will ein Münchener Bauträger an Weilheims Krumpperstraße, direkt neben dem neuen evangelischen Gemeindehaus, errichten.

Bürgermeister Markus Loth (BfW) nannte die Pläne für ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage „im Prinzip nicht schlecht“: Ihm gefällt, dass der Neubau weiter von der Straße abgerückt werden soll als das bestehende Wohn- und Geschäftshaus, das dafür abgerissen würde, und so ein durchgängiger Gehsteig möglich ist. Doch auch Loth ist die vorliegende Planung insgesamt zu massiv, sie sei „eigentlich ein Stockwerk zu hoch“, sagte er in der Sitzung.

Als „zu wuchtig“ hat der Bauausschuss das Vorhaben schon im vergangenen Oktober einstimmig abgelehnt (wir berichteten). Nun hat der Antragsteller, die Münchener „Arema Wohnbau GmbH“, die Pläne leicht verändert: Das Dachgeschoss des insgesamt viergeschossigen Hauses, beim ersten Versuch als „Penthaus“ gedacht, soll nun kein Vollgeschoss mehr sein. Doch zu hoch ist dem Ausschuss der geplante Neubau auch so.

Denn optischer Bezugspunkt, so BfW-Stadträtin Brigitte Holeczek, sei nicht etwa das Bürgerheim – dessen Höhe der Bauwerber ins Feld führt –, sondern die deutlich niedrigeren Gebäude in direkter Nachbarschaft. CSU-Vertreter Klaus Gast, der auch Kreisheimatpfleger ist, sah es genauso – zumal man die Höhe des Bürgerheims in Relation zu seiner viel größeren Ausdehnung setzen müsse. Dazu komme, dass das Bürgerheim – anders als die vorliegende Planung für das Mehrfamilienhaus an der Krumpperstraße – eine „sehr ruhige Dachlandschaft“ habe.

Anders als Weilheims Bauausschuss, hält aber das Landratsamt, die Genehmigungsbehörde, die nun vorliegenden Neubaupläne offenbar für vertretbar. „Wir haben jetzt verstärkt solche Situationen, wo das Landratsamt mehr oder weniger offen sagt, dass es notfalls auch unser gemeindliches Einvernehmen ersetzt“, stellte CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl fest. Das sei der aktuellen Rechtsprechung geschuldet und dem „Trend zur Verdichtung in der Stadt“. Zirngibl weiter: „Wir werden uns dieser Anschauung auf lange Sicht nicht entziehen können.“

Beim geplanten Mehrfamilienhaus an der Krumpperstraße blieb der Bauausschuss aber bei seiner Haltung: Der „Antrag auf Vorbescheid“ des Bauwerbers wurde in der Januarsitzung erneut einstimmig abgelehnt. Im Februar, so Bürgermeister Loth, soll der Stadtrat dann einen Bebauungsplan für das fragliche Areal auf den Weg bringen.

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