Mietkosten bereiten Vhs Peißenberg Sorgen

Peißenberg - Mit mehr als 200 Veranstaltungen geht die Peißenberger Volkshochschule ins neue Semester. Doch es gibt Probleme: Es fehlen Räume und die hohen Mietkosten verhageln die Bilanz.

Eigentlich könnte Mechtild Merz zufrieden sein. Die Leiterin der Peißenberger Volkshochschule (Vhs) geht am 17. Februar mit einem umfangreichen Programm ins Frühjahrssemester. Die Zahlen bei Teilnehmern und Veranstaltungen haben sich auf „hohem Niveau“ eingependelt, wie sie vorrechnet. Doch Merz drücken Sorgen: Der Bildungseinrichtung fehlen ausreichend eigene Räumlichkeiten, um ihren Angebotsstandard zu halten. Die Leiterin spricht offen von „einer Raumnot“.

„Wir sind richtig auf einer Wanderschaft durch Peißenberg“, beschreibt sie die Situation. Die Kurse und Veranstaltungen sind über die ganze Marktgemeinde verstreut. Neben den eigenen Domizilen am Tiefstollen und im Rasp-Anwesen an der Schongauer Straße belegt man Räume in der Real- und Mittelschule, in beiden Grundschulen, im evangelischen Kindergarten, im Kinderhaus an der Ammer, in einer Physio-Praxis und einer Tanzschule sowie seit 2013 in der früheren Heimat der Firma „Primacon“. Gebraucht werden nicht nur Seminarräume und Küchen, sondern vor allem Bewegungsräume für die Gesundheitsangebote. Rund 20 Räume muss Merz in ihren Belegungsplänen verwalten. „Das ist ein Riesenaufwand.“

Vor allem kostet das. Die Mietkosten sind ein Problem, gibt Merz zu. Rund 140 000 Euro an Einnahmen verzeichnet die Vhs jährlich, dazu kommen Zuschüsse von den beteiligten Gemeinden und knapp über 7000 Euro Finanzspritze vom Staat. Das ist nicht schlecht, aber wenn 23,50 Euro pro Stunde an Mieten gezahlt werden müssen, verhagelt dies die Bilanz. Im Jahr kommen so laut Merz 6000 bis 7000 Euro an Mietkosten zusammen. Zudem muss investiert werden, damit dort überhaupt Kurse stattfinden können - zuletzt 3000 Euro in einen dringend nötigen Schallschutz für den Sprachraum im einstigen „Primacon“-Gebäude.

Zusätzliche Einnahmen sind jedoch kaum zu erwarten. An den 500 Teilnehmern im Jahreschnitt wird sich kaum was ändern, sagt die Leiterin. Also geht es nur über die Gebühren. Doch da sind auch keine großen Erhöhungen drin, will man nicht den eigenen Vorteil verlieren: „Mit dem günstigen Preis können wir punkten“, weiß Merz - gerade im größten Standbein „Gesundheit“, wo manches Angebot mit örtlichen Fitness- und Wellnessstudios konkurrieren muss. Noch seien die Mitbewerber keine Bedrohung, betont die Vhs-Chefin, „aber in geringem Umfang merkt man es schon“. Und so wird an der Gebührenschrauben, heuer nicht gedreht. Zuletzt war dies im vergangenen Jahr mit rund zehn Prozent Aufschlag der Fall gewesen. Merz sagt aber, dass neue Gebühren immer eine Option sind. „Im wesentlichen ist dies durch die Raumkosten begründet.“

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