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Seit 11. Dezember vergangenen Jahres können Fahrgäste an der Haltestelle „St. Johann“ am Ortseingang von Peißenberg ein- und aussteigen. 

Ortsdurchfahrt Peißenberg

Mini-Kreisel und Bushaltestelle erfüllen ihren Zweck

Seit Jahren soll die Peißenberger Ortsdurchfahrt verschönert - und vor allem verkehrsberuhigt - werden. Bisher wurden zwei Vorhaben umgesetzt. Haben die sich gelohnt? Eine erste Bilanz.

Peißenberg – In Peißenberg wird kontrovers über die Neugestaltungspläne für die Ortsdurchfahrt diskutiert. Die einen bezeichnen die zur Debatte stehenden Verkehrsberuhigungsmaßnahmen an der Schongauer- und Hauptstraße als Geldverschwendung und Schikane für die Autofahrer. Die anderen sehen darin eine Möglichkeit, den Verkehr zu entschleunigen und die Aufenthaltsqualität an Peißenbergs Hauptverkehrsader zu verbessern.

Bislang wurden an der Ortsdurchfahrt lediglich zwei Projekte realisiert: Die Einrichtung der beidseitigen Bushaltestelle samt Querungshilfe auf Höhe des St. Johann-Friedhofs und der Bau des umstrittenen Kreisverkehrs an der Ecke Schongauer Straße/Bergwerkstraße. Beide Projekte kosteten jeweils rund 100 000 Euro. Doch haben sie ihren Zweck erfüllt?

Die Einrichtung der Bushaltestelle am Friedhof hatte der Marktrat auf Vorschlag des Seniorenbeirats in Auftrag gegeben. Das hat sich gelohnt. „Die Haltestelle wird wirklich gut angenommen“, sagt Lothar Anzengruber, Disponent beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO), auf Anfrage. Er ist vor Kurzem auf einer RVO-Linie durch Peißenberg im Bus mitgefahren. Seine Beobachtung: „An der neuen Haltestelle sind mehrere ältere Leute ein- oder ausgestiegen.“ Damit hätte sich die Intention des Seniorenbeirats also erfüllt. Doch die Station wird auch von Schülern rege genutzt: „Die kommen wohl aus dem Wohngebiet nördlich des Friedhofs“, mutmaßt Anzengruber. Das sei ein positiver Nebeneffekt auf die Verteilung des täglichen Schülerbeförderungsverkehrs: „Die Lage an der Haltestelle am Kriegerdenkmal wird dadurch entzerrt.“ Genaue Fahrgastzahlen liegen dem RVO zwar nicht vor, aber unterm Strich fällt Anzengrubers Fazit bezüglich der neuen Busstation am Friedhof positiv aus: „Die Haltestelle ist eine vernünftige Geschichte – auch baulich.“

Nicht ganz so gute Bewertungsnoten dürfte der Kreisverkehr an der Schongauer Straße erhalten – wobei: seinen Zweck erfüllt der „Minikreisel“ ganz offensichtlich. Linksabbieger von der Bergwerk- auf die Schongauer Straße tun sich nun wesentlich leichter. Auch bewirkt der Kreisel eine Entschleunigung des Verkehrs – zumindest in Fahrtrichtung Schongau. Das Problem: In der Gegenrichtung können die Fahrzeuge die Rundung relativ gerade und dadurch mehr oder weniger ungebremst passieren. Die bauliche Situation lässt das zu: „Ich halte den Kreisel nach wie vor für richtig und gut“, sagt Bürgermeisterin Manuela Vanni: „Aber man hätte ihn vielleicht mehr versetzen und die Mitte farbig gestalten sollen.“

Auch Thomas Schamper hat die baulichen Schwächen erkannt: „Von der einen Seite wird etwas zu schnell durchgefahren. Das habe ich unterschätzt“, räumt der für den Tiefbau zuständige Rathausmitarbeiter ein. Der Kreisel ist letztlich komplett auf Gemeindegrund erstellt worden. Laut Schamper hatte man von Seiten der Kommune überlegt, zusätzliche Fläche hinzuzukaufen, um den Kreisel etwas mehr in Richtung Hans-Böckler-Straße zu verlegen. Dadurch hätte man eine bessere Ablenkungswirkung für den Verkehr erzielen können, und in der Gegenrichtung wäre der Kurvenradius nicht ganz so eng geworden. Allerdings, so Schamper, wäre die seitliche Versetzung mit großem Aufwand verbunden gewesen. Man hätte die Einfahrt zur Hans-Böckler-Straße umgestalten müssen und auch die alte Tennenauffahrt am ehemaligen „Sport Ressler“-Gebäude wäre im Weg gestanden: „Die Maßnahme hätte sich dadurch deutlich verteuert“, sagt Schamper. Deshalb habe die Rathausverwaltung beim Grundeigentümer auch gar nicht erst nachgefragt, ob man die Privatfläche eventuell hätte erwerben können.

Trotz der baulichen Mängel ist man im Rathaus alles in allem mit dem Kreisel zufrieden: „Er funktioniert“, betont Manuela Vanni.

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