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Das Schwenken von Weihrauchfässern gehört zu den Aufgaben von Ministranten.

Landkreis

In der Kirche ministrieren: Gibt es noch genug Interesse?

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Landkreis - Sie sorgen an der Seite des Pfarrers für einen reibungslosen Ablauf während des Gottesdienstes: die Ministranten. Aber ist überhaupt noch genug Interesse vorhanden, und wie hoch ist eigentlich der Anteil der Mädchen? Wir haben mit  Pfarrern und Ministranten aus dem Landkreis gesprochen.

Wenn man die fünf Einzelpfarreien, die zu Weilheim gehören, zusammennimmt, dann kommt die Pfarreiengemeinschaft Weilheim laut Stadtkaplan Bernd Rochna auf etwa 200 Ministranten. Das sind pro Pfarrei dann um die 40; eine stabile Zahl, solange die meisten auch wirrklich aktiv sind. Rochna: „Momentan sind wir sehr zufrieden, der Nachwuchs ist da“.

Auch der Pfarrer Bernhard Holz von der Pfarreiengemeinschaft Penzberg , die circa 65 Ministranten hat, und Pfarrer Jakob Panankala, in dessen Pfarreiengemeinschaft Pähl-Raisting-Fischen es ungefähr 80 Ministranten gibt, äußern sich positiv. „Lediglich zu den Ferienzeiten wird es gelegentlich schwierig, da haben wir manchmal Engpässe“, berichtet Pfarrer Holz.

Und wie sehen das die Ministranten? Die Penzbergerin Steffi Bauriedl, die seit zehn Jahren ministriert und derzeit noch Oberministrantin in Penzberg ist, gibt sich kritischer: „Es ist mittlerweile schwierig, die Ministranten zu erhalten. Viele hören auf“, sagt sie. Sie vermutet, dass dabei auch die Eltern eine Rolle spielen. Den Kindern würde man möglicherweise nahelegen, sich auf ein paar wenige Freizeitbeschäftigungen festzulegen und diese konsequent zu betreiben, und nicht von allem ein bisschen zu machen. Und gerade der Sonntagvormittag sei für viele Familien ein ungünstiger Termin, da oft andere Dinge geplant seien. „Aber eine Alternative zu diesem Tag gibt es für uns halt einfach nicht.“

Die 19-Jährige macht sich viele Gedanken, wie sie mehr Interesse an der Tätigkeit wecken könnte. So hätten die Ministranten Jahr für Jahr ein kleines Weihnachtsgeschenk bekommen – dieses Jahr gibt es erstmals noch einen Ausflug dazu. Aktionen und Ausflüge planen die Ministranten auch sonst einige. So zum Beispiel das Sternsingen oder das Ministrantenzeltlager: „Wenn es ums Zeltlager geht, kommen die Anmeldungen wie von allein“, weiß sie. Aber beim Ministrantsein gehe es eben um mehr als nur ums Zelten.

Es sei schwer gewesen, jemanden zu finden, der Bauriedls Posten als Oberministrantin übernimmt. Sie ist dabei, ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau abzuschließen und findet kaum noch Zeit, um zu ministrieren. Nach und nach wolle sie jemand anderem die Aufgaben des Oberministranten übergeben.

Dazu hat sich der 16-jährige Moritz Volk bereiterklärt. „Ich ministriere sehr gern, es macht Spaß!“, sagt er. Besonders die Gabenbereitung sei etwas Tolles. „Und bei der Wandlung zuzusehen. Das ist faszinierend.“ Außerdem erzählt er, dass er einige Freunde in der Pfarrei hat. Die Freundschaften sind auch ein Punkt, der Bauriedl, auch wenn sie in der Kirche nicht mehr so aktiv sein kann, immer an die Pfarrei binden wird, wie sie sagt.

Auch Volk ist der Meinung: „Wir müssen mehr Werbung machen. Ich bin einer der Ältesten von den aktiven Ministranten, es werden immer weniger.“ Dabei spiele das Geschlecht überhaupt keine Rolle, denn sowohl Stadtkaplan Rochna als auch Pfarrer Holz sagen, dass der Anteil von männlichen und weiblichen Ministranten in den beiden Pfarreiengemeinschaften sehr ausgeglichen ist. Nur Pfarrer Panankala glaubt, dass es in seiner Pfarreiengemeinschaft ein bisschen mehr Mädchen als Buben gibt, da die Burschen sonntags oft Fußball spielten. Und dabei muss er auch schmunzeln: „Früher hat man das ja nicht erlebt, da war es Mädchen nicht erlaubt, zu ministrieren.“

Kaum auszudenken, was wäre, wenn sich das nicht geändert hätte...

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