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Niederländer (35) vor Gericht

Anklage: Peißenberger wollte angeblich ein Kilo Kokain

  • Nina Gut
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Ein Kilogramm Kokain wollte ein 35-jähriger Niederländer einem Freund in Peißenberg verkaufen – so steht es in der Anklage für einen Prozess, der jetzt am Landgericht München II begonnen hat. Der Vorwurf stützt sich unter anderem auf ein Chat-Protokoll.

Peißenberg Es waren große Mengen an Kokain, die in Peißenberg umgeschlagen werden sollten. Ein ganzes Kilo sollte für 40 000 Euro über den imaginären Ladentisch gehen. So steht es jedenfalls in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft München II. Angeklagt ist ein Verfahrenstechniker (35) aus den Niederlanden, der angeblich mit einem Peißenberger Geschäfte machen wollte. Doch er bestreitet die Taten. Seit 25. September vorigen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Nun wird ihm vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht.

Die Anklage führt zwei Fälle auf. Demnach führte der Niederländer im Dezember 2017 etwa 50 Gramm Kokain in die Bundesrepublik ein. Mit diesen 50 Gramm übernachtete er bei einem Freund in Peißenberg, gegen den ebenfalls ermittelt wird. Anschließend wollte er die Drogen in München verkaufen. Zwei Gramm der Droge soll er seinem Peißenberger Kumpel noch am Abend der Übernachtung geschenkt haben.

Am 8. April 2018 kam es dann laut Anklage zu einem verhängnisvollen Telefonat. Der Niederländer vereinbarte mit dem Peißenberger „ernsthaft und verbindlich“ den Verkauf von einem ganzen Kilo Koks, heißt es darin. „Der Angeklagte äußert sich derzeit weder zur Person noch zur Sache“, sagte Verteidigerin Julia Weinmann zu Prozessauftakt. Und: „Die Anklage wird vollumfänglich bestritten.“

Ein Schlüssel im Verfahren ist ein Chat-Protokoll vom 8. April 2018, das den Ermittlern durch Telekommunikationsüberwachung vorliegt. Darin ist immer wieder die Rede davon, was mit „dem Holländer“ vereinbart wurde. Die Verteidigerin kritisierte dieses angebliche Beweismittel harsch: „Ich weiß nicht, wieso das ein wesentlicher Bestandteil sein soll. Holländer gibt es viele.“ „Sie haben Recht, man sieht ganz viele auf der Autobahn“, witzelte die Vorsitzende Richterin. Doch auch im Ernst musste sie der Verteidigerin Recht geben: „Es klaffen große Lücken in den Ermittlungen.“ Der Prozess dauert an.

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