Steuererleichterung greift noch nicht

Deutsche Bahn: Ticketkauf wird teurer - Böse Überraschung für Regionalzug-Pendler 

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Die Bahn reduziert die Preise – doch nicht alle Pendler spüren das. In den Regionalzügen sind die Tickets mit dem Fahrplanwechsel sogar teurer geworden.

  • Zum 1. Januar 2020 hat die Bahn die Preise gesenkt. Auch der MVV ist nun billiger.
  • Die Pendler aus den Regionalzügen dagegen schauen in die Röhre.
  • Hier sind in vielen Fällen die Tickets teurer geworden. 

München – Der MVV senkt die Preise, auch Tickets im ICE sind billiger als früher. Doch was ist mit den Pendlern in den vielen Regionalzügen, aus Mühldorf, Garmisch-Partenkirchen, Augsburg oder den kleinen Stationen dazwischen?

Hier sind in vielen Fällen die Nahverkehrstickets teurer geworden – so als hätte es die Klimadebatte und die vielen Beteuerungen von politischer Seite für eine günstigere Bahn nie gegeben.

Monatskarte um fünf Prozent teurer

So erhöhte sich der Preis für eine Monatskarte Ampfing–München Hauptbahnhof von 277,60 Euro auf 291,50 Euro. Das sind fünf Prozent mehr. Viele Pendler aus Weilheim dürften sich ebenfalls wundern. Manche splitten ihre Fahrkarten, zahlen von Weilheim bis Tutzing bzw. Pasing an die DB und nutzen danach ein MVV-Ticket. Der Monatspreis beim MVV sinkt, doch der bei der Bahn steigt. Für Weilheim–Pasing muss nun ein Abo-Monatspreis von 185 Euro gezahlt werden – 6,10 Euro mehr als bisher.

Auch bei der Bayerischen Oberlandbahn wurde es zum Fahrplanwechsel teurer – bei Einzeltickets im Schnitt um 1,7 Prozent. Eine Einzelfahrt von Bad Tölz nach München kostet nun 15,10 Euro, 60 Cent mehr als bisher. Der Preis für das Guten-Tag-Ticket (eine Person) blieb unverändert bei 23 Euro, die Variante mit zwei Personen wird um einen Euro teurer, bei fünf Personen klettert der Preis von 51 auf 55 Euro.

Bahnen geben gestiegene Betriebskosten an Fahrgäste weiter

Der Grund ist einfach: Die Bahnen geben gestiegene Betriebskosten an die Fahrgäste weiter – und die Steuerreduzierung greift (noch) nicht. Die Steuer war bisher gestaffelt: Für Nahverkehrstickets gilt seit jeher schon bei Strecken bis 50 Kilometern der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, eine Reduzierung wie im Fernverkehr ist also nicht möglich.

Bei Fahrten über 50 Kilometern ist das anders – hier galt bisher 19 Prozent Mehrwertsteuer. Doch nun greift bei größeren Entfernungen wie im Fernverkehr die Steuerreduzierung. Auch die großen Regionalzug-Betreiber wie DB Regio, Netinera, Benex oder Transdev (zu der die BOB gehört) würden eine etwaige Steuersenkung „unter Berücksichtigung der Preissystematik“ an ihre Fahrgäste weitergeben, versicherte der Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (TBNE) in einer Pressemitteilung schon im September. BOB-Sprecher Christopher Raabe erklärt dazu nun gegenüber unserer Zeitung: „Aller Voraussicht nach werden wir zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni die Mehrwertsteuersenkung auch bei den Preisen im Nahverkehr umsetzen können.“ Der Grund für die Verzögerung sind offenbar schwierige Abstimmungsgespräche. Auf manchen Strecken fahren die Betreiber in Konkurrenz, die Preise sollen aber gleich sein. Ausgehandelt werden muss das über den TBNE.

Bis es so weit ist, müssen die Fahrgäste wohl oder übel mit der Preissteigerung leben. Laut TBNE stieg der Preis für Einzeltickets um 1,7 Prozent, bei Zeitkarten um zwei Prozent. Das sind aber Durchschnittswerte bundesweit. „Wir haben auf vielen Strecken überdurchschnittliche Erhöhungen festgestellt“, sagt Norbert Moy von Pro Bahn, als Weilheimer Pendler selbst von dem Anstieg betroffen. Er verweist auf eine Aufstellung des Statistischen Bundesamts, nach der die Preise im Nahverkehr seit 2015 um 14 Prozent gestiegen sind.

Dirk Walter

Neues Jahr, neuer Ärger für die Pendler: Bei der MVV kam es am Dienstag zu zahlreichen Verzögerungen im Fahrbetrieb. Die MVV entschuldigt sich.

Nach der Pannenserie steht dieBayerische Oberlandbahn steht seit Tagen unter schwerem Beschuss. Hier räumt BOB-Chef Amini Fehler ein - und nennt einen Plan.

Rubriklistenbild: © dpa

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