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Richard Oehmann (52) ist mit Stefan Betz Autor und Regisseur des Singspiels heute Abend auf dem Nockherberg. 

Interview mit Autor Richard Oehmann

Welche Politiker heute nicht im Nockherberg-Singspiel vorkommen

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Richard Oehmann, Autor des Singspiels auf dem Münchner Nockherberg, verrät die besten Pointen – und erklärt, warum bei der Feier danach keinesfalls Starkbier getrunken wird.

Weilheim/München – Zum zweiten Mal gestalten der Autor und Musiker Richard Oehmann und der Regisseur Stefan Betz am Dienstagabend das traditionelle Singspiel bei der Starkbierprobe samt Politikerderblecken auf dem Münchner Nockherberg (live ab 19 Uhr im „BR Fernsehen“). Oehmann ist 1967 in Weilheim geboren, wurde bekannt mit „Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater“ und seiner Kinderliederband „Café Unterzucker“. Im Interview mit unserer Zeitung verrät er exklusiv die besten Pointen des heutigen Singspiels, er erklärt, wie viel Narrenfreiheit „Paulaner“ lässt – und warum bei der Feier danach keinesfalls Starkbier getrunken wird.

Wie geht’s, so kurz vor dem Singspiel? Ist die Aufregung groß?

Leider nein, zumindest nicht bei mir. Bin aber auch abgelenkt: Ich hab’ seit Donnerstag eine Erkältung. Die soll jetzt mal heute Abend weg sein, bitte.

Was war die wichtigste Erfahrung seit Ihrer Nockherberg-Premiere vor einem Jahr?

Nachdem unser Konzept für 2018 schon sehr früh fertig war, habe ich ein bisschen befürchtet, dass es 2019 nicht so rund wird. Aber im Laufe des Schreibens fällt einem dann doch immer was ein. Das weiß man zwar eigentlich schon, es ist aber immer wieder beruhigend, wenn es so läuft. Das klappt natürlich nur, wenn nicht eine Woche vor der Aufführung irgendein großer politischer Umbruch stattfindet. Dann wird es haarig.

Uns können Sie’s doch schon mal verraten: Was ist die beste Pointe im diesjährigen Stück?

Es gibt auch dieses Jahr wieder einige Stellen, an denen bei den Proben jedes Mal gelacht wird, die aber ohne den Zusammenhang überhaupt nicht lustig sind: Andrea Nahles sagt einmal: „Jo!“. Horst Seehofer sagt: „per SMS“. Andreas Scheuer sagt: „Halt, ich muss erst einschalten.“ Ich kann aber gut verstehen, wenn da jetzt kein Leser vom „Weilheimer Tagblatt“ lacht.

Und welche wichtigen Politiker kommen diesmal leider nicht vor?

Den Anton Hofreiter mitsamt dem Schauspieler Wowo Habdank haben wir leider opfern müssen, weil die grüne Katharina Schulze sozial zu auffällig geworden ist. Frau Aigner ist Landtagspräsidentin geworden, und es wäre nicht leicht gewesen, sie in unsere Geschichte einzubauen. Und Natascha Kohnen wird wohl, wenn sie nicht in der Bundespolitik aktiv wird, nicht mehr so schnell am Nockherberg erscheinen. Aber ihre Darstellerin, diese wirklich hervorragende Nikola Norgauer, wird zum Glück diesmal Andrea Nahles spielen.

Finden Sie das große Aufhebens, das um die Rede und das Singspiel mittlerweile gemacht wird, eher lustig oder eher belastend?

Belastend ist es nicht, eher ein großer Schmarrn. Das Gute ist, dass das ganze Brimborium nach zwei Wochen wieder abgeschwollen ist.

Regiert „Paulaner“ als Veranstalter eigentlich in die Inszenierung mit hinein – oder haben Sie Narrenfreiheit?

Letztes Jahr, bei unserem ersten Singspiel, haben der Stefan Betz und ich unseren Text sehr viel früher vorlesen sollen, was ja auch verständlich ist, denn die wollten erst mal wissen, ob wir das überhaupt hinkriegen. Dieses Jahr war es dann viel entspannter. Die Einflussnahme ist wesentlich geringer, als das allgemein angenommen wird. Zumindest bis jetzt.

Und was wird getrunken, wenn das Singspiel heute Abend vorbei ist?

Auf alle Fälle kein Starkbier, denn sonst ist die Feier schnell vorbei. Aber wir feiern dann im Eiskeller von „Paulaner“. Da sind auch die Brauer anwesend, die dann mit gewissem Stolz ihr Lieblingsbier dabei haben. Letztes Jahr war es, glaube ich, ein Mandarinenbock.

Interview: Magnus Reitinger

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