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Ein Typ wie ein Kumpel und doch ein Kabarettist: Helmut A. Binser beim „Strobl“ in Oberhausen. 

Musikkabarett mit Helmut A. Binser  beim „Strobl“

Sein Lieblingstier ist der Zapfhahn

Oberhausen - Unterhaltsamen Musikkabarett bot Helmut A. Binser auf der Bühne beim „Strobl“. Auch ohne politische Botschaft.

In schwarzem Shirt und schwarzer Jeans, mit schwarzem Hut und schwarzer Hornbrille steht er entspannt vor vollem Saal. Helmut A. Binser, geboren 1980 in Runding im Landkreis Cham, der eigentlich Martin Schönberger heißt, ist seit 2011 hauptberuflicher Musikkabarettist. Davor war er Tourbusfahrer bei „Da Huawa, da Meier und I“, hat der Stroblwirt, der immer auf der Suche nach interessanten Gästen für seine Bühne ist, zuvor erzählt. Eines Abends habe Binser, der Busfahrer, dann bei reichlichem Bierkonsum aller Beteiligten die ganze Stube bestens unterhalten. Das waren die Anfänge von Binser, dem Kabarettisten. „Sein Lieblingstier ist der Zapfhahn“, beendet Franz Strobl seine überaus launige Begrüßung und überlässt dem Gast das Spielfeld.

Der Musikkabarettist aus dem Bayerischen Wald ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Man habe ihn kürzlich noch im Fernsehen gesehen, wird hier und da geraunt. Der lässige Oberpfälzer wirkt allerdings immer noch wie der Kumpel, mit dem man sich auf ein paar Halbe getroffen hat und der dann seine lustigen Geschichten zum Besten gibt.

Eine politische Botschaft hat Binser nicht im Gepäck; er findet seine Themen in den Tücken des Alltags. Und diese sind allen im Publikum vertraut. ob Stress mit der Freundin, die Hürden der häuslichen Mülltrennung, die bürgerkriegsähnlichen Zustände, wenn das Heimatdorf beim Fußball gegen den Nachbarort antritt, oder die Verständigungsprobleme „norddeutscher“, sprich nicht-bayerischer Urlauber. Frage eines solchen in der dörflichen Metzgerei: „Ist das hier ein Frühstücksspeck?“ – „Scho, aber den konnst auf d’Nacht aa fressa!“ Fußball ist auch ein wichtiges Thema, bei dem wieder einmal die Sechzger-Fans eins auf die Mütze kriegen. Die Wunschphantasie, den Paketzusteller, der täglich die Internetbestellungen der Freundin anliefert und dabei im unpassendsten Moment stört, in die Folterkammer zu sperren, schien so manchem Herrn im Publikum bekannt vorzukommen. Bei einem Liebeslied, das die glückliche Wiedervereinigung nach trauriger Trennungszeit beschreibt, hatten vor allem die Damen ihre Gaudi, als sich herausstellte, dass Binser seinen Führerschein ansingt. Natürlich kommt auch die immer weiter grassierende Smartphone-Sucht vor: Der Radfahrer stürzt, weil er sms-lesend gegen den Pfosten knallt, der Sanitäter überrollt ihn mit dem Rettungswagen, weil er gerade durch eine wichtige Nachricht abgelenkt ist – und der Chirurg, der in der Notoperation das Leben des Radlers rettet, vergisst das iPhone in dessen Bauch. Das Publikum ist immer voll dabei, lässt sich zu mancher Mitmach-Aktion animieren und erklatscht schließlich drei Zugaben.

Sabine Näher

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