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Der Kruzifix-Erlass des Ministerpräsidenten Markus Söder ist nicht unumstritten.

Söder-Erlass

Bauamt Weilheim muss elf Kreuze kaufen

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Im Eingangsbereich von staatlichen Gebäuden sollen ab 1. Juni Kruzifixe hängen. Wie kommt diese neue Regelung im Landkreis an? Wir haben nachgefragt.

Landkreis – Uwe Fritsch, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, ist unmittelbar von der Ministerratsentscheidung betroffen, dass in allen Gebäuden von Landesbehörden im Eingangsbereich ein Kreuz angebracht werden muss. Eine entsprechende E-Mail aus dem Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat er bereits erhalten. Für elf Gebäude der Behörde muss nun bis 30. Mai je ein Kruzifix angeschafft werden: für drei Dienstgebäude in Weilheim und für eines in Landsberg/Lech genauso wie für sieben Straßenmeistereien.

Fritsch will die Neuerung „nicht wirklich beurteilen“, sagt jedoch, dass er ihr als Privatmann positiv gegenübersteht. „Es gibt aber sicher viele, denen sie nicht passt“, vermutet er.

Die elf Kreuze, die das Bauamt kaufen muss, sollen laut Fritsch ein einheitliches Design haben. „Ich habe eher an was Modernes – vielleicht aus Metall – gedacht“, so der Behördenleiter, der auf eine ansprechende Optik der Kruzifixe achten möchte. Die Finanzierung der Kreuze sei kein Problem, das Geld könne aus dem Budget entnommen werden, das das Bauamt für Einrichtungsgegenstände zur Verfügung hat.

Engelbert Birkle, Stadtpfarrer von Weilheim, irritiert die Äußerung „Das Kreuz ist nicht Zeichen einer Religion“, die Ministerpräsident Markus Söder im Zusammenhang mit der Ministerratsentscheidung machte. „Das Kreuz ist das Zeichen unserer Religion, das Zeichen unserer Hoffnung“, sagt Birkle.

Pfarrer Birkle: Auch an andere Glaubensgemeinschaften denken

Für den Pfarrer ist es zudem selbstverständlich, dass das Kreuz als Zeichen der Religion in der Öffentlichkeit sichtbar ist. Auch die christliche Grundprägung des öffentlichen Lebens dürfe durch das Kreuz deutlich gemacht werden, so Birkle. Aber auch Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften, wie Muslime, dürften ihre Religion öffentlich zeigen.

Keine Befürworterin von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden ist Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni. Sie muss allerdings – da die Neuregelung für kommunale Gebäude zwar auch empfohlen, aber nicht verpflichtend ist – nicht unbedingt der Ministerratsentscheidung folgen. Das Kreuz sei in erster Linie ein christliches Symbol, sagt Vanni. Ihr ist die Trennung von Staat und Kirche wichtig, zumal es „einen immer größeren Anteil von Nicht- und Andersgläubigen“ gebe. „Ich habe aber kein Problem, wenn ein Mitarbeiter in seinem Büro ein Kreuz aufhängt“, stellt Vanni klar.

Keine Kreuz-Debatte in Schongau

Eine große Debatte über ein Kreuz in Bayerns Amtsstuben wird Ministerpräsident Markus Söder derweil in Schongau wohl nicht auslösen. Wie Bettina Schade, Geschäftsleiterin der Stadt Schongau, zusammenfasst, ist sowohl eines im Rathaussaal zu finden als auch eines in der Amtsstube von Bürgermeister Falk Sluyterman.

Während man im Bauhof noch ohne Kreuz auskommt, gibt es jede Menge in den Räumlichkeiten der Heiliggeist-Spital-Stiftung, unter anderem im Foyer, im Margarete-Spiegl-Saal, beim Durchgang zur Kirche und im Speisesaal. Schade: „In den Zimmern entscheiden die Bewohner selbst.“ Kein Thema ist das Kreuz auch in den Städtischen Kindergärten, wie im Kindergarten Regenbogen. Dort hängt ein Kreuz in der Eingangshalle – bislang ganz ohne Diskussionen.

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