Nach dem Volksfestbesuch: Zwei junge Frauen schlugen brutal zu

Weilheim - Zwei junge Frauen haben nach einem Besuch des Weilheimer Volksfests brutal zugeschlagen: Sie traten auf einen Pollinger ein - auch, als er schon am Boden lag. Dabei wollte das Opfer nur helfen.

Die Schongauerin (19) und die Peitingerin (22) wollten am 27. Mai 2012 einen netten Abend mit Freunden auf dem Weilheimer Volksfest verbringen. Aber als die Gruppe gegen 23.30 Uhr betrunken das Festzelt verließ, gab es bei der Hochlandhalle den ersten handfesten Streit: Eine aus der Gruppe habe einem Mann im Vorbeigehen die Brille zu Boden geschlagen, sagte ein Zeuge aus Peißenberg, als der Abend jetzt vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Weilheim verhandelt wurde. Er habe gefragt, was das solle. Ein damals 16-jähriger Peitinger, der mit den jungen Frauen unterwegs war, schlug daraufhin auf ihn ein und traf ihn im Gesicht, so der Vorwurf in der Anklageschrift. Der Peißenberger ging zu Boden. Die Gruppe zog in Richtung Innenstadt weiter - so wie viele andere Festzeltbesucher, die nach Hause oder in die Stadt strömen.

Auf Höhe der Ammerschule bekam der 16-jährige Peitinger plötzlich einen so heftigen Schlag versetzt, dass er umfiel und blutend am Boden lag. Wer der Schläger war, ist bis heute unbekannt. Ein Pollinger (38) wollte helfen und beugte sich über den Verletzten. Plötzlich bekam er einen Schlag von rechts aufs Ohr: Die beiden angeklagten Frauen gingen wie Furien auf den 38-Jährigen los. Sie schlugen und traten auf ihn ein, bis er umkippte. Auch als er schon am Boden lag, hörten sie nicht auf: Sie traten mit voller Wucht gegen den regungslosen Körper am Gehweg, trafen ihn immer wieder den Kopf.

Als die Polizei eintraf, hörten die Frauen auf. Wie brutal und aggressiv sie vorgingen, schilderte vor Gericht eine Rettungssanitäterin, die versuchte, den am Boden liegenden Pollinger vor den Angreiferinnen zu schützen: „Ich habe gesehen, wie sie gezielt mit dem Fuß übers Gesicht geschliffen sind.“ Auch sie habe einen Schlag abbekommen.

„Mir sind die Sicherungen durchgebrannt“, sagte die Peitingerin vor Gericht, die zum Tatzeitpunkt unter offener Bewährung stand. „Ich wollte unseren Freund schützen“, rechtfertigte sich die Schongauerin. Alles sei eine Verwechslung gewesen.

Diese Erklärung akzeptierte das Opfer aus Polling, der lediglich „ein paar Kratzer“ davontrug, wie er vor Gericht sagte, und an jenem Abend so betrunken war, dass er nur noch wenige Bilder vom Gewaltausbruch im Kopf habe. „Es ist alles erledigt“, sagte er, die Angeklagten hätten sich bei ihm entschuldigt.

Die Frauen bekamen noch eine Chance: Die Peitingerin wurde zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Sie war inzwischen wegen ihrer Alkoholsucht in Therapie und muss als Bewährungsauflage eine Nachsorgebehandlung machen. Die Schongauerin muss für vier Wochen in Jugendarrest, der sich auf zwei Jahre ausweitet, wenn sie ihre Alkoholtherapie abbricht.

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