Ergebnisse werden neu interpretiert

Neue Chance für Geothermie-Projekt

Bernried - Das Geothermieprojekt in Bernried war eigentlich gestorben. Doch jetzt kommt wieder Leben in die Sache 

 Die Planungen der Firma „BE Geothermal“ klangen optimistisch. Die Inbetriebnahme des Geothermie-Kraftwerks in Bernried war für heuer geplant. Zunächst sollte für die Heizperiode 2016/2017 Fernwärme nach Bernried und Tutzing geliefert werden, ab 2017 sollte auch Strom erzeugt und ins Netz eingespeist werden. Doch dann kam Geretsried. Dort war eine Bohrung nicht erfolgreich, was die Versicherungen zur Vorsicht bewegte.

Für das Projekt in Bernried bedeutete das zunächst das Aus. Nachdem die Versicherung nicht mehr bereit war, im Falle eines Scheiterns des Projekts die Kosten von bis zu 80 Millionen Euro zu übernehmen, wurden die Arbeiten am geplanten Bohrplatz nordwestlich von Bernried eingestellt. Dies war laut Lutz Stahl aber nicht das endgültige Aus. „Wir sind im Hintergrund fleißig am Arbeiten“, sagte der Geschäftsführer der „BE Geothermal“. Die Fachleute seien dabei, die Ergebnisse der 3D-Seismik erneut zu interpretieren. Außerdem werde mit den Beteiligten über die Vertragskonstellation und die Risikoverteilung diskutiert. Stahl hofft, dass „wir heuer wieder in den Bau einsteigen können“.

Einen Zusammenhang mit der Entwicklung in Weilheim, wo ein italienischer Energiekonzern in das Geothermieprojekt in der Lichtenau eingestiegen ist und heuer bohren will, gibt es laut Stahl nicht. Das Bernrieder Projekt werde unabhängig davon weiter verfolgt, gebohrt werde aber erst, wenn die offenen Fragen geklärt seien. Ein Erfolg in Weilheim wäre aber „für die Region gut“. Einen Terminplan für das Projekt, von dem auch die Bernrieder Bürger durch die Nutzung von Fernwärme profitieren würden, gebe es noch nicht. Er werde die Öffentlichkeit informieren.

Die ursprüngliche Planung sah vier Bohrungen in einer Tiefe von rund 4500 Metern vor, aus denen etwa 250 Liter 150 Grad heißes Wasser pro Sekunde gefördert werden sollten. Es wurde mit einer elektrischen Leistung von rund zehn Megawatt und einer Wärmeleistung von bis zu 20 Megawatt gerechnet. Die Geothermieanlagen in Bernried und in Weilheim sollen sowohl Strom als auch Wärme liefern. Der Strom wird ins Netz eingespeist und ist – wie auch die Wasserkraft – im Gegensatz zu Strom aus Sonne und Wind grundlastfähig. Das heißt, der Strom kann ständig produziert werden. Ein großer Teil der Energie fällt bei Geothermiekraftwerken als Wärme an. Um diesen Anteil nicht zu verlieren, sind bei beiden Projekten Fernwärmeanlagen geplant.

In Bernried sollen die Klinik, Teile des Dorfs und der südliche Teil Tutzings mit Wärme beliefert werden. In Weilheim wollen die Stadtwerke ein Fernwärmenetz bauen, wenn Wassermenge und -temperatur dies sinnvoll erscheinen lassen. Am kommenden Donnerstag, 25. Februar, will sich der Stadtrat mit dem Projekt beschäftigen.

Alfred Schubert

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