Für das Westenrieder-Anwesen hat die Gemeinde Oberhausen große Pläne.  Foto: Stöbich
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Für das Westenrieder-Anwesen hat die Gemeinde Oberhausen große Pläne.

Millionen-Projekt auf dem Westenrieder-Anwesen

Oberhausen plant günstige Mietwohnungen

Die Gemeinde Oberhausen möchte das Immobilienangebot im Ort erweitern – und zwar mit einem Millionenprojekt auf dem ehemaligen Westenrieder-Anwesen. In zwei Gebäuden sind zehn Wohnungen sowie eine Tiefgarage geplant.

Oberhausen – Es vergeht kaum eine Woche, in der Bürgermeister Thomas Feistl nicht Gespräche über eventuell verfügbares Bauland führen muss. Meist sind es Interessenten von außen, die sich über den lokalen Immobilienmarkt informieren wollen. Oberhausen liegt nah an der Bahnstrecke München-Garmisch, das macht die Kommune für Pendler attraktiv. Weil Bauland und freie Wohnungen aber Mangelware sind, will sich die Gemeinde selbst im Wohnungsbau engagieren.

Als Standort hat sie das ehemalige Westenrieder-Anwesen an der Dorfstraße ins Visier genommen, in dem früher Kinderkrippe und Asylbewerber untergebracht waren. Mittlerweile steht das Gebäude leer, das sich seit rund 30 Jahren im Eigentum der Gemeinde befindet. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich das Ratsgremium zwei Stunden lang mit dem Vorhaben, das der planende Architekt Benedikt Sunder-Plassmann näher erläuterte.

Das Projekt läuft unter dem Arbeitstitel „Mehrgenerationenhaus“ – das heißt, es sollen Wohnungen für Familien und Singles quer durch alle Altersschichten entstehen. Das Haus ist nur zum Teil unterkellert und energetisch veraltet; außerdem genügt es von den Raumzuschnitten her nicht mehr den modernen Ansprüchen. Trotzdem möchte der Planer gern den vorderen Gebäudeteil erhalten und nur den hinteren ersetzen. Der historische Charakter des Westenrieder-Hofes solle bewahrt werden, so der Architekt.

Zudem ist ein etwas kleinerer Neubau vorgesehen, so dass insgesamt zehn Wohnungen zu relativ günstigen Mietpreisen entstehen werden. Damit die Autos nicht an der Kreisstraße parken müssen, ist eine Tiefgarage geplant, die das Ganze allerdings verteuert. Der Architekt beziffert die Brutto-Gesamtkosten auf 3,3 Millionen Euro, dank eines Zuschusses der Regierung wird der Eigenanteil der Gemeinde Oberhausen aber nur 2,1 Millionen betragen. Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, soll der Zuschussantrag möglichst noch in diesem Jahr gestellt werden.

Andere Vorschläge für die Nutzung des Westenrieder-Anwesens in Oberhausen setzten sich nicht durch

In der Ratssitzung gab es aber auch andere Ideen und Vorschläge für die künftige Nutzung des Anwesens, zum Beispiel für betreutes Wohnen oder als Kulturobjekt für die gesamte Dorfgemeinschaft . Letzteres hatte Andreas Reichel (ÖDP) beantragt und dafür auch Unterschriften gesammelt. Die ehemalige Hofstelle biete laut Reichel die seltene Gelegenheit, „sowohl das kleinbäuerliche Leben der Vergangenheit authentisch zu zeigen als auch beispielhaft ein modernes Leben im Einklang mit der Natur erfahrbar zu machen“. Im Stall könne ein kleines Museum die Geschichte und Kultur des Ortes zeigen, die Tenne als Werkraum solle zusammen mit dem großen Garten die Zukunft eines nachhaltigen Lebens erlebbar machen

Für einen Natur-Lehrgarten unter einem Trägerverein konnten sich die Ratsmitglieder allerdings nicht erwärmen. Und auch der Planer unterstrich: „Es lohnt sich, an dieser Stelle Wohnraum zu schaffen.“

Folglich beschloss das Gremium, dass das vorgestellte Konzept weiter verfolgt werden soll. Zugestimmt wurde auch einer Zwischennutzung des Westenrieder-Hofes durch die Verwaltungsgemeinschaft Huglfing, wenn deren Rathaus umgebaut wird.

Peter Stöbich

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