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Als neuralgischer Punkt gilt die Ammerbrücke bei Oderding. Nun gibt es Aussichten, dass sich eine Radfahrerbrücke verwirklichen lässt. 

Nach vergeblichen Bemühungen zeichnet sich Lösung ab

Neuer Anlauf für Radlerbrücke in Oderding

Jahrelang wurde vergeblich über den Bau einer separaten Fuß- und Radwegebrücke über die Ammer an der Staatsstraße bei Oderding diskutiert. Doch nun zeichnet sich eine Lösung ab: Mangels Abtretungsbereitschaft eines Grundeigentümers wurden hinter den Kulissen neue Planvarianten entwickelt. Zudem gibt es ein Agreement zwischen dem Staatlichen Bauamt und der Gemeinde Polling.

Oderding – Das Nadelöhr an der Oderdinger Ammerbrücke ist ein leidiges Dauerthema. Dort führt bislang nur ein rund ein Meter breiter Fußgängerstreifen über den Fluß – direkt neben der vielbefahrenen Staatsstraße zwischen Weilheim und Peißenberg. Fahrradfahrer werden per Warnschild dazu angehalten, von ihrem Drahtesel abzusteigen und selbigen über die Brücke zu schieben. Sicher ist das dennoch nicht: Auf der Staatsstraße in Richtung Peißenberg ist Tempo 100 erlaubt, wodurch Fahrzeuge eine entsprechende Sogwirkung entfachen.

Die Gemeinde Polling hatte schon länger fertige Pläne für eine Fuß- und Radfahrerbrücke in der Schublade liegen. Als Standort für den Brückenschlag wurde eine Stelle rund 100 Meter flussabwärts ins Visier genommen. Doch am westlichen Ammerufer weigerte sich ein Grundeigentümer, eine Teilfläche seiner Wiese herzugeben – womit das ganze Projekt auf Eis lag.

Inzwischen aber hat man andere Planvarianten entwickelt – und zwar in Kooperation mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim. In der Behörde hat es bekanntlich auf der Führungsebene vor gut einem Jahr einen personellen Wechsel gegeben. Für das Projekt „Fuß- und Radwegebrücke Oderding“ eine glückliche Fügung, wie Bürgermeisterin Felicitas Betz in der jüngsten Bürgerversammlung betonte: „Der neue Leiter (Uwe Fritsch; Anm. d. Red.) hat die Zuständigkeit seiner Behörde für das Thema erkannt.“

Bezüglich des Brückenprojekts wurde jedenfalls die „Reset-Taste“ gedrückt und eine Planungsvereinbarung mit der Gemeinde Polling abgeschlossen. Demnach übernimmt das Staatliche Bauamt die Baulast und damit die Kosten für den Brückenschlag. Das Projekt soll im Rahmen des Radwegeförderprogramms umgesetzt werden.

Mehr Offenheit seitens des Bauamts

Die Gemeinde wiederum ist für die Planung verantwortlich und damit laut Betz für einen „überschaubaren Bereich“. Als neue Brückenzufahrt hat man unter anderem den Bereich südlich der beiden am westlichen Ammerufer stehenden Häuser ins Visier genommen. Auch auf nördlicher Höhe der Gebäude könnte die Brücke entstehen – und zwar in Verlängerung der bislang provisorischen Grundstückszufahrten. Dafür müssten die Hauseigentümer einen Teil ihres Grundstücks abtreten und gegen eine entsprechende Ausgleichsfläche im Süden tauschen. Der Vorteil beider Varianten: Man wäre auf die Wiesenfläche für den ursprünglich geplanten Brückenstandort nicht mehr angewiesen. Aber warum ist man nicht schon früher auf die Alternativplanung umgeschwenkt? Vom Bauamt hieß es immer, dass der Fuß- und Radwegesteg aus statischen Gründen nicht direkt an die Straßenbrücke angebaut werden dürfe und ein gewisser Mindestabstand eingehalten werden müsse. Doch die aktuelle Behördenleitung ist in der Frage offener. „Wir sehen das mit dem Mindestabstand nicht ganz so“, sagt Abteilungsleiter Andreas Lenker – auch wenn ein direkter Anschluss wegen der alle drei Jahre durchgeführten Bauwerks-kontrollen an der Straßenbrücke nicht möglich sei. Ein etwas entrückter Stegbau sei indes durchaus realisierbar, wobei Lenker eher die nördlich der Häuser verlaufende Planvariante favorisiert, weil sie aus seiner Sicht für die Anlieger die optimalere Lösung wäre. Die Gemeinde müsse nun die Grundstücksverhandlungen führen: „Es liegt nicht in unserer Hand. Am Geld scheitert es jedenfalls nicht“, erklärt Lenker.

Für den Brückenschlag mit einer Stützweite von etwa 45 Metern werden laut Lenker Kosten zwischen 500 000 und einer Million Euro anfallen. Demnächst sollen im Pollinger Gemeinderat vom beauftragten Planer zwei bis drei Brückenmodelle vorgestellt werden. Theoretisch könnte 2019 mit dem Bau begonnen werden – „wenn bis Januar oder Februar die fertigen Pläne vorliegen“, so Lenker. Doch egal, ob südlich oder nördlich der beiden Häuser respektive ein paar Monate früher oder später: „Das Wichtigste ist, dass die Brücke kommt“, sagt der Abteilungsleiter.

Bernhard Jepsen

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