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Torsten Höfer wurde überraschend Vorsitzender des SC Huglfing. 

Interview mit Torsten Höfer

Neuer Chef des SC Huglfing über die kuriose Wahl

Im Interview spricht Torsten Höfer, der neue Vorsitzende des SC Huglfing, über die ungewöhnlichen Umstände seiner Wahl.

Huglfing – Für viele überraschend ist Torsten Höfer bei der Jahresversammlung des SC Huglfing zum 1. Vorsitzenden gewählt worden (wir berichteten). Im Vorfeld hatte der SC verzweifelt einen Vorsitzenden gesucht und mit Ernst Birke auch jemanden gefunden, der das Amt übernommen hätte. Nachdem auch Höfer überraschend vorgeschlagen worden war, zog Birke zurück. Höfer, bereits einmal SC-Vorsitzender, wurde gewählt.  Redakteur Johannes Thoma sprach mit ihm über die kuriose Wahl und seine Pläne.

-Wann haben Sie sich entschlossen, für den Vorsitz zu kandidieren?

Ich spielte bereits im Vorfeld mit dem Gedanken, mich wieder für das Amt zur Verfügung zu stellen, falls kein anderer Kandidat gefunden wird.

-Die Überraschung ist gelungen, warum haben Sie nicht im Vorfeld Kontakt mit den anderen Vorstandsmitgliedern aufgenommen?

Aus Gesprächen mit vielen Mitgliedern aus meiner und anderen Abteilungen hörte ich eine große Verunsicherung heraus, wie es mit dem Verein ohne einen Vorsitzenden weitergeht. Bisher wurde das Amt ja kommissarisch vom 2. Vorsitzenden Erhard Mollocher souverän geführt, doch rechtlich ist das nur eine Notlösung. Die finale Entscheidung, das Amt zum Wohle der Gemeinschaft wieder zu übernehmen, fiel sehr kurzfristig. Ich wollte die Handlungsfähigkeit des Vereins sichern. Rechtlich ist es so, dass das Amtsgericht bei einem Verein ohne 1. Vorsitzenden einen Notvorstand bestellen kann. Das kann dann weiter bis zur Auflösung des Vereins gehen. Das wollen wir alle nicht

-Haben Sie daran gedacht, die Wahl nicht anzunehmen, Sie bekamen ja nur 38 von 71 Stimmen?

Nein, es wurde demokratisch gewählt, somit gibt es immer Kritiker, die gegen einen sind. Ich sehe das sportlich. Nun heißt es aber auch für mich, diese kritischen Stimmen zu überzeugen.

-Kritisiert wurde ja in Ihrer ersten Amtszeit, dass Sie zu wenig Zeit aufgebracht hätten für den Verein, wollen Sie das jetzt ändern?

Bei der Jahreshauptversammlung kam die meiste Kritik von Mitgliedern, die mit der übergeordneten Vereinsorganisation und den internen Abstimmungen in der Vorstandschaft nichts zu tun haben. Es war in meiner ersten Amtszeit von Anfang an klar, dass ich mich nach dem Rücktritt von Ernst Birke erst einmal kommissarisch für diese Amt zur Verfügung stelle, bis ein Nachfolger gefunden wird. Diese Vereinbarung wurde mit der kompletten Vorstandschaft und den Referenten besprochen, Es ist ja bekannt, dass ich mich für den Verein auch anderweitig engagiere und nicht immer und überall zur Verfügung stehen kann. Als Abteilungsleiter der Sparte „Budosport“ und aktiver Übungsleiter stehe ich bis zu fünfmal in der Woche in der Sporthalle und unterrichte unsere Selbstverteidigungsgruppen. Zum damaligen Zeitpunkt absolvierte ich neben meinem Beruf als Personalberater noch eine berufsbegleitende Aufstiegsqualifikation. Auch das kostete Zeit. So etwas hänge ich nicht an die große Glocke, aber nach außen sah es so aus, als ob ich keine oder nur wenig Zeit für die anspruchsvolle und ehrenamtliche Tätigkeit aufwendete. Unter diesem Zeitaufwand litt leider auch das Privatleben. Nun hat sich die Situation wieder entspannt, und jetzt habe ich wieder freie Kapazitäten für das Amt des 1. Vorsitzenden.

-Was sind die wichtigsten Projekte beim SC, die Sie voranbringen wollen?

Eine große Herausforderung wird die Verlagerung und Erweiterung der Sportanlagen. Hier muss ich mich erst einmal ins Thema einarbeiten. Weiterhin haben wir 2020 unser 100-jähriges Vereinsjubiläum. Die ersten Planungen werden wohl schon dieses Jahr beginnen. Auch dürfen die einen oder anderen Kleinprojekte ja auch nicht übersehen werden. Schließlich darf ich die Ziele der Abteilungen nicht aus den Augen verlieren. Ich freue mich jedenfalls, aktiver als vielleicht zuvor meine Rolle als 1. Vorsitzender auszufüllen. Ich baue natürlich auf die Unterstützung unserer Mitglieder, Übungsleiter, Abteilungsleiter und Vorstandskollegen. Ein Verein lebt vom Grundsatz, „vereint“ etwas zu bewegen.

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