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24-Stunden-Übung

Feuerwehr-Nachwuchs im Dauereinsatz

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Peißenberg - Ein hartes Wochenende hat die Jugendfeuerwehr Peißenberg hinter sich. Neun Buben und ein Mädchen, alle älter als 14, absolvierten eine simulierte Berufsfeuerwehrschicht. Das bedeutete: 24 Stunden in Alarmbereitschaft sein, schnell reagieren – und vor allem: wenig schlafen.

Die Jugendwarte hatten sich für die Übungen einiges überlegt: Insgesamt neun Probeeinsätze mussten die Nachwuchs-Retter innerhalb eines Tages absolvieren. Davon hatten sie noch keine Ahnung, als sie um 15 Uhr am Feuerwehrhaus ankamen – „ausgerüstet mit Schlafsack und einer großen Portion Vorfreude, Spannung und Motivation“, beschreibt Jugendwart Klaus Hutter. Die Jugendlichen wussten weder, welche Übungsszenarien sie erwarteten, noch, wann sie stattfinden würden.

Eines aber war ihnen klar: Wenn’s soweit ist, dann meldet sich der Piepser. Den bekamen sie gleich nach ihrer Ankunft ausgehändigt. Wie er klingt, erfuhr der Feuerwehr-Nachwuchs schnell. Nach nur einer halben Stunde „erfolgte der erste Alarm zu einem Landwirt mit überhitztem Heustock“, sagt Hutter. Die jungen Retter mussten die Temperatur darin messen und bauten ein Heuwehrgerät ein, mit dem sie erst die Hitze aus dem Stock saugen und ihn anschließend belüften konnten. Mit dem Löschen war die Arbeit aber noch nicht getan. „Es gehört auch immer das komplette Aufräumen dazu“, betont Hutter.

Er und seine Kollegen ließen die Jugendlichen nur kurz Verschnaufen, ehe schon wieder der Piepser klingelte. „Diesmal wurde die Jugendfeuerwehr zu einem Stadlbrand beim Moosbach gerufen.“ Als auch der im Griff war, ging’s schon weiter: Verkehrsunfall an der Hohenwartekurve. „Der Einsatz war recht aufwändig“, sagt Hutter. Er zog sich über zwei Stunden hin. Denn die Jugendwarte simulierten einen Unfall, bei dem zwei Menschen eingeklemmt worden waren – so mussten die Nachwuchs-Retter die Batterie abklemmen, die Verunglückten versorgen, die Scheiben herausnehmen und zersägen sowie die Türen öffnen und das Dach abnehmen. Die Jugendlichen bewältigten auch diesen dritten Einsatz.

Und es folgten noch sechs weitere: Der Fehlalarm einer Brandmeldeanlage war schnell erledigt. Die Nacht aber wurde richtig anstrengend. Kurz nach Mitternacht begann eine Vermisstensuche – die aber brachen die Verantwortlichen ab, weil ein echter Alarm wegen eines Brands einging und die „großen“ Feuerwehrmänner zur Einsatzstelle strömten. Für die Jugendlichen hieß das: Nochmal kurz schlafen, ehe sie der Piepser um 4 Uhr zu einem brennenden Abfalleimer am Wanderparkplatz Richtung Fendt und um 6.15 Uhr zur Rettung einer Person, die unter einen Bagger geraten war, schickte.

Und die Jugendwarte kannten auch am Morgen kein Erbarmen: Eine Personenrettung auf einer Baustelle aus dem zweiten Stock sowie ein Garagenbrand standen ebenfalls noch an. Außerdem gab’s Hochwasseralarm – 1500 Sandsäcke füllten die Jugendlichen dafür ab, vernähten sie und luden sie in Stapelkisten. „Sie langten ordentlich zu, die Leistung konnte sich wirklich sehen lassen“, lobte Hutter. Und die Mühe war nicht umsonst: „Die eingelagerten Sandsäcke bilden nun Peißenbergs eiserne Reserve.“

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