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Großer Auflauf an der Weidenstraße: Das Verwaltungsgericht machte sich ein Bild von der Situation in dem Wohngebiet in Weilheims Osten. 

Verwaltungsgericht an der Weidenstraße

Nicht unzumutbar

Weilheim - Bei einem Ortstermin des Verwaltungsgerichts zogen Nachbarn ihre Klage zurück. Sie wollten ein Doppelhaus verhindern.

Meist ist es eher ruhig in dem Wohngebiet im Osten von Weilheim. Da fiel die Gruppe schon auf, die sich an einem helllichten Nachmittag vor dem Haus an der Weidenstraße 25 versammelt hatte und sich alles genau anschaute. Die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts München war nach Weilheim gekommen, um sich ein Bild davon zu machen, wie sich die Doppelhaushälfte, die „Wohnbau Scheurer“ auf dem Grundstück bauen will, auf das Nachbargebäude auswirkt und ob dadurch die Rechte von dessen Eigentümern verletzt werden.

„Wohnbau Scheurer“ hat den Grund, auf dem bislang ein Einfamilienhaus steht, gekauft, und im Oktober 2014 eine Baugenehmigung beantragt, die auch erteilt wurde. Das alte Haus soll abgerissen werden, das neue Haus soll rund zwei Meter höher werden als das jetzige Gebäude, es soll viel mehr Grund bebaut werden, ein Kniestock mit Gaube soll entstehen, wobei die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstandsflächen eingehalten werden sollen.

Gegen die Baugenehmigung hatten die direkten Nachbarn geklagt: Durch das neue Gebäude würde die Verschattung auf ihrem Grundstück zu groß, außerdem passe der Neubau nicht in die städtebauliche Struktur, so ihre Bedenken. In diesem Teil der Weidenstraße stehen, wie an einer Perlenkette aufgereiht, noch alle alten Häuser, die zwar modernisiert wurden, aber unverkennbar aus einem Guss sind.

Davon machten sich auch die vier Verwaltungsrichter um den Vorsitzenden Johann Oswald ein Bild: Zunächst schritten sie die Weidenstraße ab und gingen dann in den Garten der Kläger. Nach einer kurzen mündlichen Verhandlung auf der Straße und einer kurzen Zwischenberatung, gab Oswald das vorläufige Ergebnis bekannt: „Wir können Ihnen hier keine Hoffnung machen, Herr Scheurer darf das so bauen“, sagte er an die Kläger gewandt. Die geplante Doppelhaushälfte sei, auch, wenn durch sie das Grundstück der Kläger mehr verschattet würde, „kein Fall, wo man sagen kann, das könnte unzumutbar sein.“ Ob das Maß und die Art der baulichen Nutzung sich in die Umgebung einfügten, spiele keine Rolle, da diese Vorgaben nach ständiger Rechtsprechung nicht speziell nachbarschützend seien.

Nachdem sich die Kläger daraufhin kurz mit ihrem Anwalt beraten hatten, nahmen sie ihre Klage zurück. Da das Gebäude aber noch zwei Jahre vermietet ist, wird in der Weidenstraße auch nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts erstmal kein Bagger anrollen. In frühestens zwei Jahren soll mit dem Bau begonnen werden.

Kathrin Hauser

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