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Sie rockten den „Strobl“-Saal: die „Mundwerk-Crew“ beim Konzert am Freitag. 

„Mundwerk-Crew“ auf der Stroblbühne

Niederbayerischer Pogo und Chiemgauer HipHop

Oberhausen - Nicht gerockt wurde die Stroblbühne, sondern  gehippt. Das war der „Mundwerk-Crew“ geschuldet.

 Freitagabend beim „Stroblwirt“, da wurde die Hütte gerockt – so hätte man früher gesagt. Aber längst ist man zwei Generationen weiter, und die „Mundwerk-Crew“ hat die „Stroblbühne“, ja was eigentlich – „fett gehippt“ vielleicht, denn die achtköpfige Band aus dem Chiemgau fegte mit rhythmisch straffem HipHop auch noch die letzte Sitzenbleibernatur vom Stuhl. Ob des bassfesten Beatgewitters war es Pflicht, sich zu bewegen, um die Stöße der Musik zu parieren – witzig war’s aber auf jeden Fall, und so kam auch über die Lippen der wenigen Älteren im Saal stets ein Lächeln. Das Gros der rund 80 Zuhörer war freilich jung, war ganz vorn dabei, „bouncte“ fleißig mit den Armen und hüpfte auf und ab, dass sogar der Boden in Schwingung geriet.

Bei der „Mundwerk-Crew“ überzeugten die fröhlichen Grundstrukturen der Musik, zu der auch das Live-Platten-Scratching gehörte, angereichert durch ein nettes Retro-Gefühl, wenn E-Gitarren- oder Keyboard-Soli kurz mal nach „Old School“-Musik klangen. Überraschend unterbelichtet für eine Chiemgauer Gruppe war der Einbezug bairischer Elemente – ab und zu gab’s ein paar Trompeten-Lines als regionales Element, sonst aber fast durchwegs hochdeutsche Texte, abgesehen von der heimlichen HipHop-Hymne des Südens: „I bin a Weiß-Blauer“.

Stärker bairisch drauf war die Vorband, „Serious Six“ aus Landau an der Isar. Es war wohl durchaus kein Fehler, dass die jungen Mannaleit einst hörbar als „LaBrassBanda“-Fans gestartet waren. Nun legten sie mit Saxofon-Betonung im Bläsersatz und heftigem, fast Pogo-artigem Rhythmus-Gerüst sehr viel Dampf vor. Dass man die Texte kaum recht verstand, war bei so viel Drive zweitrangig, anfeuernd und bairisch war’s auf jeden Fall.

Selten findet man an einem einzigen Veranstaltungsort so große Vielfalt – und vergangenen Freitag immerhin konnte sich die hiesige Jugend die Fahrt in ferne Vergnügungstempel schenken.

Andreas bretting

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