Gemeinsamer Kampf gegen den Krebs: Conny Schauer de Picuasi (r.) setzt sich mit ihrem aus Ecuador stammenden Mann Raùl Picuasi, ihren Töchtern Mayra (2.v.l.) und Yarina Picuasi (nicht auf dem Foto) für die schwerkranke Sandra Maldonado ein. Foto: Privat
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Gemeinsamer Kampf gegen den Krebs: Conny Schauer de Picuasi (r.) setzt sich mit ihrem aus Ecuador stammenden Mann Raùl Picuasi, ihren Töchtern Mayra (2.v.l.) und Yarina Picuasi (nicht auf dem Foto) für die schwerkranke Sandra Maldonado (2.v.r.) ein.

Familie aus Oberhausen engagiert sich für schwerkranke Ecuadorianerin

Sandra Maldonado (26) hat Lymphdrüsenkrebs: Für die Therapie wird noch Geld gebraucht

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
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Trotz Corona und zahlreicher anderer Hürden – der Familie von Conny Schauer de Picuasi aus Oberhausen ist es gelungen, die krebskranke Sandra Maldonado (26) aus Ecuador zur Behandlung nach Deutschland zu holen. Für die medizinische Versorgung durch das Rotkreuzklinikum in München bittet sie nun erneut um Spenden.

Oberhausen – Schon einige Zeit macht sich Schauer, Wirtin der „Torfwirtschaft La Cantina“ in Oberhausen-Maxlried, für die junge Frau aus einem Dorf in Ecuador stark, die an Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin) erkrankt ist (wir berichteten). Die 26-jährige Sandra Maldonado (vollständiger Name: Silvia Alexandra Maldonado Conejo) ist eine Freundin von Schauers Tochter Mayra Picuasi, die in Südamerika ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte. Weil die Corona-Pandemie Maldonados Chemotherapie in Ecuador ein Ende bereitet hatte, setzte Schauers Familie viel daran, die Schwerkranke nach Deutschland zu holen.

Im September reiste die 26-Jährige nun ein. „Es war eine lange Vorbereitung und Reise mit vielen Hindernissen, aber wir haben es geschafft“, teilte Schauer mit. Der Abschied Maldonados von ihrer Familie sei „natürlich sehr schwierig und emotional“ gewesen. Bei der Spendenaktion für die junge Südamerikanerin sei zwar nicht so viel Geld zusammengekommen wie erwartet, aber es sei genug gewesen, „um Pass, Visum und den Flug für Sandra kaufen zu können“.

In Deutschland soll die Krebskranke nun zu besonderen Konditionen behandelt werden. „Dr. Beatrix Heimrich aus Hohenpeißenberg stellte uns den Kontakt zu einer Onkologin in Schongau her und zum Chefarzt einer renommierten Klinik in München“, berichtete Schauer. Alle drei Mediziner hätten sich bereit erklärt, sich bei der Therapie für Maldonado zu engagieren. „Die Klinik hat uns angeboten, für einen Betrag von 35 000 Euro Chemotherapie, Bestrahlung oder eine autologe Stammzellentransplantation durchzuführen“, so Schauer.

Der eigentliche Preis sei um einiges höher, und das gute Angebot habe den Ausschlag gegeben, Maldonado tatsächlich nach Deutschland zu holen. „Den Betrag haben wir noch lange nicht zusammen, aber wir hoffen weiter“, erklärte Schauer.

Mühsame Reisevorbereitungen in Ecuador

Dass die junge Patientin von Ecuador nach Deutschland reisen konnte, war nicht einfach. Mittels einer zweistündigen Fahrt per Anhalter in Ecuadors Hauptstadt Quito waren mühsam Atteste beschafft worden. Dann organisierte Mayra Picuasi „durch unendlich viele Telefonate und Mails mit Passamt, Botschaft und den Kliniken“ (so Schauer) einen Termin für das Ausstellen von Pass und Visum für ihre kranke Freundin. Wieder ging es nach Quito, um diese Dokumente abzuholen – diesmal mit einem gemieteten Fahrzeug.

Als Maldonado dann am Flughafen war, um Richtung Europa zu starten, stellte sich eine Stunde vor Abflug heraus, dass die 26-Jährige mit ihrem Visum in der Corona-Zeit nicht nach Deutschland einreisen darf. „Wieder mussten Telefonate geführt werden, und ärztliche Atteste wurden hin- und hergeschickt“, berichtete Schauer. Erst kurz vor Schließung des Gates sei Maldonado ins Flugzeug eingestiegen.

Inzwischen hat die 26-Jährige, die bislang unter zahlreichen Krankheitssymptomen wie Erschöpfung, Schmerzen und Fieber litt, am Rotkreuzklinikum ihre Krebstherapie begonnen. Diese sei mit Risiken verbunden, erklärte Schauer vor dem Start der Behandlung – „Sandra jedoch ist guter Dinge, denn sie weiß, dass sie es in Ecuador nicht mehr lange durchgehalten hätte und eine Therapie dort noch lange nicht durchgeführt wird“. „Natürlich gibt es keine 100-prozentige Sicherheit, dass alles gut wird, aber die Chancen stehen ganz gut“, so Schauer, die froh ist, dass das Krankenhaus in München die Bezahlung der Therapie in Raten akzeptiert.

Inzwischen hat Sandra Maldonado den ersten Chemotherapie-Zyklus hinter sich gebracht

Den ersten, beschwerlichen Zyklus ihrer Chemotherapie hat Maldonado inzwischen hinter sich gebracht. Bis zum nächsten Zyklus hält sie sich bei Schauers Familie in Oberhausen auf. „Es geht ihr momentan ganz gut , aber die Chemo-Tage haben sie schon sehr geschafft“, teilte Schauer mit. Beim nächsten Krankenhaus-Aufenthalt sollen Maldonado im Rahmen einer autologen Stammzelltransplantation auch Stammzellen entnommen werden, die ihrem Körper später wieder zugeführt werden.

Wer spenden möchte: Conny Schauer hat das Spendenkonto mit der IBAN DE 08 7035 1030 0032 5736 69 eingerichtet, auf das Geld für die Behandlung der Krebskranken Sandra Maldonado eingezahlt werden kann.

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