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Auf dem ehemaligen „Westenrieder-Anwesen“ sollen zehn bis zu zwölf Wohnungen entstehen.

Planungsausschuss klopft Fragen ab

Oberhausen: Bis zu zwölf neue Wohnungen in Eigenregie geplant

Die Gemeinde Oberhausen möchte das Immobilienangebot im Ort erweitern – und zwar mit einem größeren Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen „Westenrieder-Anwesen“.

Oberhausen – Der allgemeine Wohnungsdruck ist auch in Oberhausen zu spüren. Jedenfalls vergeht kaum eine Woche, in der Bürgermeister Thomas Feistl nicht mindestens zwei Gespräche über eventuell verfügbares Bauland führen muss. Zumeist sind es Interessenten von außen, die sich über den lokalen Immobilienmarkt informieren wollen. Oberhausen liegt nah an der Bahnstrecke München-Garmisch, das macht die Gemeinde für Pendler attraktiv. 

Das Problem: In dem 2100 Einwohner großen Ort gibt es laut Feistl so gut wie keinen Leerstand. Bauland und freie Wohnungen sind Mangelware. Die Gemeinde möchte sich deshalb selbst im den Wohnungsbau engagieren. Als Standort hat sie das ehemalige „Westenrieder-Anwesen“ an der Dorfstraße ins Visier genommen. Dort waren bis vor kurzem noch die Kinderkrippe und Asylbewerber untergebracht. Inzwischen steht das Gebäude, das sich seit rund 30 Jahren im Eigentum der Gemeinde befindet, leer. Die Krippe zog in den gegenüberliegen, modernen Kindergartenneubau um – eine logische Entwicklung, wie Feistl betont: „Wir haben einfach einen größeren Bedarf. Die Betreuungswünsche der Eltern sind gestiegen.“

Ein Ausschussgremium soll die Entwicklung vorantreiben

In seiner internen Frühjahrsklausur hat sich der Gemeinderat schließlich darauf verständigt, das frei gewordene „Westenrieder-Anwesen“ für ein Wohnbauprojekt zu nutzen. Laut Feistl sollen auf dem Areal zehn bis zwölf neue Wohnungen entstehen. Die konzeptionelle Entwicklung soll in den nächsten Monaten ein mit Bürgermeister und vier Gemeinderäten besetztes Ausschussgremium vorantreiben. Schon bei der Planung für die Kindertagesstätte hat man mit einem ähnlichen Instrumentarium gute Erfahrungen gemacht: „Man arbeitet in einer kleinen Gruppe einfach effizienter und schneller“, sagt Feistl. Das Projekt läuft unter dem Arbeitstitel „Mehrgenerationenhaus“ – das heißt: Es sollen Wohnungen für Familien und Singles quer durch alle Altersschichten entstehen. Auch wenn noch nichts entschieden ist, die alte Bausubstanz dürfte wohl aus dem Ortsbild verschwinden. „Es ist schade für das Gebäude, aber es ist am Ende seines Lebenszyklus´ angelangt“, erklärt Feistl. Die Tendenz geht also klar Richtung Neubau – schon allein deshalb, weil das Haus nur zum Teil unterkellert und energetisch veraltet ist. Außerdem genügt es von den Raumzuschnitten her nicht mehr den modernen Ansprüchen. Zudem wäre der nachträgliche Bau einer Tiefgarage bautechnisch wohl nicht zu realisieren.

Rückfallklauseln sind denkbar

Ebenfalls Aufgabe des Planungsausschusses wird es sein, die Finanzierung und das Betreibermodell festzulegen. Denkbare Varianten wären die Schaffung von Eigentumswohnungen mit Rückfallklausel an die Gemeinde oder ein kommunales Vermietungskonstrukt. Auch die Vergabekriterien für die Wohnungen (nur Einheimische oder auch Auswärtige) müssen geklärt werden. Im nächsten Jahr sollen die Planungen und die Ausschussarbeit abgeschlossen sein. Bereits 2020 könnten dann am „Westenrieder-Anwesen“ die Bagger anrücken. „Das wäre zumindest mein Wunsch“, erklärt Feistl: „Ich weiß, dass das ambitioniert klingt. Aber man muss sich solche Ziele setzen, sonst dauern solche Projekte ewig.“

Von Bernhard Jepsen

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