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Kein Dirndl in Sicht: Susi (l.) und Tanja Raith auf der „Stroblbühne“ mit dem „Blaimer“ (r.) und den „jungen Schneckerln“ (O-Ton Tanja) Max Seelos und Philipp Zimmermann.

„D‘Raith-Schwestern“ in Oberhausen  

Mit Liebesliedern gegen Trump & Co.

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Oberhausen - Von Jodlern finden sich nur noch Spurenelemente im neuen Programm von „D‘Raith-Schwestern & da Blaimer“. Ihr Bayern-Pop begeisterte in Oberhausen. 

Jetzt wollen sie’s endgültig wissen, die „Raith-Schwestern und da Blaimer“ aus der Oberpfalz: Von Dirndln keine Spur mehr in ihrem neuen Programm „Hart aber herzlich“, von Jodlern nur noch Spurenelemente. Mit dem Bayern-Pop, den sie am Samstagabend mit Schlagzeuger Max Seelos und Bassist Philipp Zimmermann in den ausverkauften Oberhausener „Strobl“-Saal schmachteten, passen sie sogar ins Formatradio: „Warmer Regen“, „Du und i“, „Zu zwoat samma a Weltmacht“... Die Menge an Liebesliedern habe sie beim Proben selber überrascht, meint Frontfrau Tanja Raith dazu in einer Ansage. Aber angesichts „gaacher“ Polit-Erscheinungen wie Erdogan, Trump & Co., so die Mittvierzigern, „sollte man die Welt zuscheißen mit Liebesliedern, 24 Stunden am Tag“.

Natürlich wird im neuen, durchaus festival- und festzelttauglichen Programm auch wieder gerockt und geblödelt. Die Spuren des Älterwerdens sind ein Thema, das dem Publikum Spaß macht und vertraut scheint. Tanja Raith macht die neue Lebensphase am Katalog von „Witt Weiden“ fest, der just am 45. Geburtstag in ihren Briefkasten flatterte, ihr Ehemann „Blaimer“ (54) an allerlei morgendlichen Zipperlein. Allein Susi Raith, Tanjas jüngere Schwester, scheint mit 40 noch weitgehend verschont von groben Alterserscheinungen. Sie fügt dem Geschehen zuckersüße, direkt ins Herz zielende Gesangsharmonien hinzu, ist aber sonst recht zurückhaltend in der neuen Show.  Dagegen spielt der langmähnige „Blaimer“ trotz Schmerzen einige Hauptrollen: Stark sein Gitarrensolo in der Funk-Nummer „Zeitlang“, herrlich, wie er als singender sizilianischer Papagallo die Reihen durchschreitet und die Damen hofiert – und zum Brüllen, wie er das Publikum in einem Blues dazu bringt, einen Refrain namens „Virusinfektion“ mitzusingen. Als Zugabe dann noch der „August-Frust-Song“, der tatsächlich schon ein kleiner Radiohit war. Gut möglich, dass weitere folgen.

Magnus Reitinger


Ein weiteres Konzert geben „D’Raith-Schwestern & da Blaimer“ am Sonntag, 3. Dezember, 19 Uhr, auf der „Stroblbühne“ in Oberhausen – dann mit ihrem Programm „Altbayrischer Advent“. Karten gibt’s ab Donnerstag, 23. März, unter Telefon 08802/222 oder www.stroblwirt.de.

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