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Das Areal vor dem Rathaus (hinten) soll umgestaltet werden.

Architektenwettbewerb

Dorfplatz Oberhausen: Drei Pläne, aber keiner gefällt so richtig

Ein Penzberger Büro soll Oberhausens neue Dorfmitte planen. Der Entwurf erhielt im Architektenwettbewerb mit deutlicher Mehrheit den Segen des Gemeinderats. Doch es gibt noch Klärungsbedarf.

OberhausenObwohl es nur einen Tagesordnungspunkt gab, dauerte die Sitzung des Oberhausener Gemeinderats im „Stroblwirt“ gut drei Stunden. Thema war die „Neugestaltung der Freiflächen in der Ortsmitte“. Drei Vorschläge von Architekturbüros wurden unter der Moderation von Sandra Urbaniak vom Büro „AKFU“ – die Germeringer begleiten den Planungswettbewerb – diskutiert. Wobei sich herausstellte, dass kein Entwurf den Gemeinderäten wirklich gefiel.

Neue Dorfmitte vor Rathaus

Die Planungen für die Neugestaltung der Ortsmitte haben ihren Ursprung im Neubau des Kindergartens zwischen dem Rathaus und der Dorfstraße. Durch den Umzug der Betreuungseinrichtung wurden Flächen im Erdgeschoß des Rathauses frei, die zum Beschluss führten, das Gebäude umzubauen und darin auch Räume für einen Friseursalon und ein Café zu schaffen. Der Garten vor dem Rathaus soll zu einem Dorfplatz umgestaltet werden (wir berichteten).

Grauer Granit fällt durch

Von den drei Vorschlägen, die Moderatorin Urbaniak dem Gremium präsentierte, fiel der erste schnell durch. Den Räten gefiel darin nicht, dass der Platz mit gesägtem grauen Granit aus dem Bayerischen Wald zugepflastert werden soll. Eine große Pflasterfläche ohne Grün passe eher in eine Stadt als in ein Dorf, so die Argumentation. Bei einer ersten Abstimmung wurde dieser Vorschlag einstimmig auf letzten Platz gewählt.

Die anderen beiden Entwürfe sehen große Kiesflächen mit gepflasterten Wegen vor. Dies gefiel der Mehrheit der Oberhausener Räte – wobei auch die Kosten eine Rolle spielten. Weniger Pflaster koste weniger Geld, so die Argumentation der Befürworter von Kiesflächen. Die zweite Abstimmung fiel zugunsten des Plans des Architekturbüros „die grille“ in Penzberg aus – dieser Entwurf erhielt 14 der 16 Stimmen.

Gelegenheit zum Sitzen

In mehreren Punkten herrschte Einigkeit unter den Räten. So sollen etwa Sitzgelegenheiten auf dem Platz aufgestellt, eine Freischankfläche vor dem neuen Café im Rathaus angelegt, alle Zugänge barrierefrei ausgelegt und der Verkehr auf der Bahnhofstraße gebremst werden.

Kein Konsens kam zustande, als über die Höhenlage des Platzes diskutiert wurde. Für den Erhalt des Sockels des Rathauses spreche, dass dieser ein historisches Element sei, so seine Befürworter. Die Gegner lehnten den Sockel ab, weil dann die Eingänge nur über ein Podest vor dem Haus mit Stufen und Rampen erreichbar wären.

Kritik an Pergola

Auf Kritik stieß auch die im Entwurf von „die grille“ vorgesehene Pergola mit Holzboden und Verglasung, die eine neu zu pflanzende Linde an der Südostecke des Platzes umgeben soll. Zum einen würde sie die Sicht aufs Rathaus verstellen, zum anderen einen hohen Pflegeaufwand zur Folge haben. Auch die beiden Baumreihen mit zusammen acht Bäumen entlang des Feuerwehrhauses sind einigen Räten zu viel. Die Bäume würden den Platz zu sehr einengen.

Straße soll verlegt werden

Gut fanden alle Gemeinderäte an dem Entwurf, dass die anliegenden Straßen – wie auch von den anderen Planern – in die Platzgestaltung einbezogen wurden. Dabei soll die Einmündung der Bahnhof- in die Dorfstraße einige Meter nach Norden verlegt werden, um so Platz vor der Bäckerei zu schaffen. Bevor die Planung beschlossen wird, will der Gemeinderat dem Architekturbüro „die grille“ noch seine Kritikpunkte mitteilen.

Alfred Schubert

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