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„Drei Haxn“, drei Tugenden: Sympathisch, humorvoll und ungezwungen präsentierten sich (v.l.) Anni Preuß, Claudia Pichler und Michael Well auf der „Stroblbühne“. 

„die drei haxn“ in oberhausen  

Schönes Durcheinander, große Gaudi

„Drei Haxn“, drei Stilrichtungen: Ein sympathisches Durcheinander bringt der seit einem Jahr fruchtende Seitentrieb des einstigen „Biermöslers“ Michael Well. Als Trio „Die drei Haxn“ brachte die Combo am Freitagabend echte Gaudi auf die „Stroblbühne“.

Oberhausen – Die erste Stilrichtung, die kommt noch aus dem alten Wurzelgeflecht der einstigen „Biermösl Blosn“. Aber es wird lange herausgezögert, und so kommt es als Überraschung, dass doch noch echte Gstanzln angestimmt werden – wie bereits in der alten Formation ortspolitisch perfekt eingepasst: „Wann s’ hier in Oberhaus’n / an Donald Trump als Burgamoasta kriagn / daad er als allererschts / a Mauer nach Huglfing aufziagn!“

Bis dahin war die Stimmung schon absolut locker, denn die fast ein bisschen anarchisch zusammengerührten Töne und Themen konnten ebenso überraschen wie unterhalten. Wer hätte einen Charleston erwartet, der mit Banjo und Tuba (!) schon instrumental kurios war, durch den Gesang der „blonden Hax“ Anni Preuß aber noch kurioser wurde – höchst präzise intoniert und tauglich für ein Berliner Varieté, dabei aber im Text um so spitziger gerichtet auf die erotischen Abwege von Greta und Ute…

Ein bisschen Weltmusik ging auch: Da legten die Damen mit Gitarre und Akkordeon eine Musette vor, ganz dezent im Bass-Rhythmus von Well an einer Drehleier grundiert. Doch plötzlich gab der Schnarrton Gas und forderte eine Beschleunigung ein, die in einem fröhlichen Keltentanz mündete. Sogar die Instrumente trieben also ihre Scherze miteinander, und die Musiker taten dies auch – im Wechsel gab jeder der drei g’spaßige Anekdoten zum Besten.

Zum Volltreffer wurde ein Lied, das in Oberhausen uraufgeführt wurde: Die Supermarkt-Liebesbeziehung zwischen „Alois Brummer“, einer Fleischfliege, und „Jessica“, einer Fruchtfliege, war schon deshalb ein Treffer, weil die „dunkle Hax“ Claudia Pichler wechselnd an Tröte und Tuba den Fliegen-Taumel-Takt krass holzschnittartig blies, dabei aber – ganz gegensätzlich – sanft liebestrunken mit den Augen rollte. Umso mehr geriet das Lied zum Höhepunkt, als Michi Well plötzlich über den eigenen Text in einen Lachanfall geriet – gleich drei Anläufe brauchte es, um die Stelle hinzubekommen. Ein wunderbarer Live-Effekt: Erst kicherten auf der Bühne die weiblichen „Haxn“, gleich darauf schüttete sich das gesamte Publikum über die unmögliche Fliegen-Romanze mit Lachen aus. Dann nochmal der Einkehrschwung zur „Biermösl“-Reminiszenz: Zwischen Jazz und Kinderlied blies Well das Alphorn – scheinbarer Klamauk, aber spieltechnisch eine Höchstleistung. Und zuletzt passte wieder ein Gstanzl: „In Peißenberg ham de Gemeindewerk’ / überhaupts koan Elan / weil’s im Somma auf ihra Rigi-Rutschn / sauba ausgrutscht san!“. 

Nächster Termin

der „Stroblbühne“: Kinderkonzert „Donikkl Trio“ – heute, Rosenmontag, 15 Uhr. Info: 08802/222.

Andreas Bretting

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