Soll in Oberhausen nicht mehr so üppig ausfallen: das Silvester-Feuerwerk. 

Oberhausen ruft zum Böller-Verzicht auf

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Die Gemeinde Oberhausen geht einen neuen Weg: Zu Silvester ruft sie ihre Bürger zur Enthaltsamkeit beim Feuerwerk auf. Begründet wird dies mit der Feinstaubbelastung durch die Knallerei. Stattdessen soll für einen guten Zweck gespendet werden.

Nach einiger Diskussion war in der jüngsten Sitzung des Oberhausener Gemeinderats klar: Die Gemeinde veröffentlicht einen speziellen Silvester-Appell. Hatte es schon 2017 im Amtsblatt, gerade aus Lärmschutzgründen, einen Aufruf zum sorgsamen Umgang mit der Knallerei zum Jahreswechsel gegeben, setzt die Kommune heuer neue Maßstäbe. Und zwar wegen des Umweltschutzes: Oberhausen bittet die Anhänger von Böllern und Raketen nun darum, „dass sich die Leute das sparen sollen“, wie Bürgermeister Thomas Feistl (Parteifreie Wählerschaft) auf Nachfrage sagt – um zu viel Feinstaub in der oberbayerischen Luft zu vermeiden. Laut Feistl beschloss der Gemeinderat am Ende einstimmig, einen entsprechenden Aufruf an die eigenen Bürger zu veröffentlichen.

Über die Entscheidung wird sich Anneliese Reichert freuen. Die Gemeinderätin („Tradition und Fortschritt“) hatte den entsprechenden Antrag eingereicht. In der Silvesternacht „steigt die Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub explosionsartig an“, schrieb sie. Reichert zog als Vergleich das kleine Ramsau an, dass sich seit einiger Zeit stolz und werbewirksam „Bergsteigerdorf“ nennt: Die Bürger der Gemeinde im Nationalpark Berchtesgaden verzichteten 2017 bereits zum zweiten Mal auf die Knallerei und taten stattdessen Gutes. Die Oberhausenerin Reichert findet diesen Ansinnen gut, will aber kein Verbot, sondern lieber einen Appell der Gemeinde. Auch wenn nicht alle Einwohner mitmachen, könne man doch sicher durch den Aufruf einige Bürger dazu bewegen, auf Raketen zu verzichten, argumentierte die Rätin.

Mit dem nun Erreichten sei sie zufrieden, sagt Reichert später. Der Umweltgedanke sei ein guter Grund, „ein Zeichen zu setzen“. So könne Oberhausen beim Feinstaub-Thema „vielleicht eine kleine Vorreiterrolle im Landkreis spielen“, hofft die Initiatorin. Und überhaupt, bekräftigt Reichert, sei der Böller-Verzicht auch aus Tierschutzgründen vernünftig.

Laut Oberhausens Bürgermeister soll es den Appell nun rechtzeitig vor Silvester im nächsten Amtsblatt zu lesen geben. Verbunden mit einem Spendenaufruf: Das Geld wird laut Thomas Feistl dann für einen örtlichen Zweck verwendet.

Andreas Baar

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