Fleißig beim Auszählen: die Oberhausener Gemeinderäte  (v.l.) Josef Berchtold, Rudi Hadersberger, Leonhard  Strobl, Albert Heringer mit Bürgermeister Thomas Feistl.

59,19 Prozent Prozent der Bürger dagegen

Klare Mehrheit gegen Supermarkt in Oberhausen

Das war deutlich: Mit fast 60 Prozent haben die Oberhausener bei einer Bürgerbefragung die Ansiedlung eines Supermarktes abgelehnt. Eine endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat voraussichtlich im März.

Oberhausen – Der Rücklauf bei der vom Gemeinderat initiierten Bürgerbefragung war enorm: 1884 Fragebögen wurden an die Haushalte verteilt, 1483 kamen zurück. Das entspricht einer Quote von 78,9 Prozent. „Das Interesse war sehr groß“, wird Bürgermeister Thomas Feistl in einer Pressemitteilung des 2. Bürgermeisters Rudolf Sonnleitner zitiert. 59,19 Prozent (877) sind gegen die Ansiedlung, 40,81 Prozent (606) dafür. Das ergab die zweistündige Auswertung durch den Gemeinderat am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung.

Von der Möglichkeit, den Fragebogen mit Pro- oder Contra-Argumenten zu versehen, machten 572 Bürger Gebrauch, 101 davon waren dafür, 477 dagegen.

Feistl war sehr zufrieden über das „absolut repräsentative und eindeutige Ergebnis“. Er hatte sich vor allem ein klares Votum – in die eine oder andere Richtung – erhofft. Bei den Antworten einiger war laut Feistl auch „etwas Emotion und Polemik“ im Spiel. Wie berichtet, beschäftigt das Thema die Bürger seit Wochen, es kam sogar zu einer kleinen Demo gegen die Pläne vor dem Rathaus. Außerdem hatten Gegner des Vorhabens Wurfzettel verteilen lassen. Mit deren Inhalt ist der Bürgermeister nicht in allen Punkten einverstanden. Aussagen, wonach die Gemeinde vor einer Entscheidung zum Vollsortimenter erst einmal ein Entwicklungskonzept auf den Weg bringen solle, verstehe er nicht. „So ein Entwicklungskonzept mit unseren Nachbargemeinden haben wir längst“, so Feistl.

Einzig die Gemeinde entscheidet über die Anfrage der Firma „Konzeptbau GmbH“, die auf dem Grundstück zwischen B 472 und Dorfstraße für „Rewe“ einen Supermarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche, einem Getränkemarkt und 80 bis 100 Parkplätzen errichten will. Denn das Grundstück, das ans Sportgelände angrenzt, gehört der Gemeinde.

In den nächsten Wochen werden die Antworten noch detailliert ausgewertet, zum Beispiel die Altersstruktur von Befürwortern und Gegnern. Dann wird sich der Gemeinderat mit der Anfrage der Firma befassen. Das Votum der Befragung werde die Vorgehensweise des Gemeinderates beeinflussen, heißt es in der Pressemitteilung.

Sollte die Gemeinde das Grundstück nicht verkaufen, könnten sich dort mittelfristig heimische Betriebe ansiedeln, so Feistl. Konkrete Pläne dafür gebe es aber noch nicht. Ein Einheimischen-Modell, wie von Gegnern des Supermarktes ins Spiel gebracht, kann sich der Bürgermeisterhingegen „nur schwer vorstellen. „Da gibt es im Dorf geeignetere Flächen“. Die Lage an der B 472 und am Sportplatz sei problematisch, auch wegen der Emissionen.

Johannes Thoma

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