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Beim Bauerntag die neuen Meister vorgestellt: (vorn, von links) Bernhard Mair (Unterhausen), Ludwig Leis (Deutenhausen), Katrin Echtler (Oberhausen), Michael Staltmayr (Birkland) und Thomas Mayr (Deutenhausen). Mit im Bild sind (hinten, von links) BBV-Obmann Wolfgang Scholz, Stellvertreter Hans Bonusch und Kreisgeschäftsführer Thomas Müller.

Bauerntag des BBV

„64 Prozent der Deutschen sind geisteskrank“

Oberhausen - Beim Bauerntag des BBV übte Festredner Georg Keckl Kritik am Verbraucher. Er nannte den Großteil "geisteskrank".

„Die Bauern werden öfter geprügelt, als sie gemeint sind.“ Dies stellte Georg Keckl in seinem Vortrag „Ansprüche und Realitäten der modernen Gesellschaft - wie kommt die Landwirtschaft aus der Zwickmühle?“ fest. Der Agrarstatistiker aus Niedersachsen, der am Dienstag beim Bauerntag des BBV im „Gasthaus Stroblwirt“ in Oberhausen vor rund 70 Besuchern sprach, sieht die Ursache darin, dass „64 Prozent der Deutschen geisteskrank“ sind. Sie wollten „etwas verbieten, was sie selber tun“.

Deshalb gebe es so viele Proteste gegen die Landwirtschaft, insbesondere gegen die Tierhaltung – auch von Fleischessern, die im Discounter einkaufen. Die Protestierer verschafften sich ein gutes Gewissen, indem sie nicht gegen sich selbst, sondern gegen die Bauern demonstrierten, weil es gute Tradition sei, „den Sack und nicht den Esel“ zu schlagen. Würde der Eseltreiber einen störrischen Esel schlagen, würde dieser erst recht nicht weitergehen, also lasse der Treiber seine Wut am Sack aus, den der Esel trage.

Allerdings leide nur die Landwirtschaft unter „dieser Schizophrenie“. Kein Fahrer eines Spritsäufers würde dem Hersteller vorwerfen, dass er umweltschädliche Autos baue. Die große Gefahr bestehe darin, dass sich die Stimmungsmache gegen die Bauern im Bewusstein der Menschen verankere. Schon Napoleon habe gesagt: „Objektive Geschichte ist die Summe der Lügen, auf die man sich nach 30 Jahren geeinigt hat.“

Auch Kreisobmann Wolfgang Scholz sieht die Problematik: Den Bauern in Deutschland würden immer mehr Schwierigkeiten gemacht. Irgendwann würde hier sogar der Einsatz von Dihydrogenmonoxid verboten werden. Die Folge wäre, dass die Lebensmittelproduktion in Deutschland eingestellt werden müsste und die Verbraucher Importe kaufen würden, die unter wesentlich schlechteren Bedingungen für Tier und Natur produziert würden. Keine Hoffnung machen konnte Scholz einem Bauern, der nach Möchlichkeiten von Milchkontingentierung und Außenschutz zur Preisstabilisierung fragte. Es werde keine Quote mehr kommen, und eine Abschottung Deutschlands würde zu einer hohen Arbeitslosigkeit führen.

Aber auch Erfreuliches bekamen die Landwirte in Oberhausen zu hören. Der BBV will wieder einen Ausflug auf die Grüne Woche nach Berlin organisieren und beim Zentral-Landwirtschaftsfest in München die Milchcocktailbar betreiben. Dafür werden noch Barkeeper gesucht.

Alfred Schubert

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