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Sein Debütprogramm „Facklfotz’n“ präsentierte Robert Ehlis alias „da Bobbe“ am Sonntagabend auf der „Stroblbühne“. Der 37-Jährige gewann damit den Ostbayerischen Kabarettpreis 2015 und den Publikumspreis des Oberpfälzer Kabarettpreises 2015. 

Kabarettist beim "Stroblwirt"

„Da Bobbe“ macht Sprüche

Oberhausen - Seinen eigenen Stil hat der oberpfälzer Kabarettist "Da Bobbe". In Oberhausen brachte er erfrischende Lieder und deftiges Vokabular auf die „Stroblbühne“.

Seine Erscheinung ist – bei knapp zwei Metern vom Scheitel bis zur Sohle – imposant, seine Stimme markant, die Lieder mit eigener Begleitung auf der Ziach klingen frisch, seine Sprüche sind derb: Am Sonntagabend haben knapp 50 Gäste beim „Stroblwirt“ gesehen und gehört, was „da Bobbe“ aus der Oberpfalz für ein Temperamentsbündel ist und mit welcher Energie der Kraftprotz über fast drei Stunden das Publikum zu fesseln versteht.

Der „Bobbe“, das ist Robert Ehlis (37) aus Alteglofsheim. Sein Programm heißt „Facklfotz’n“ – aus genetischen Gründen. Seine Nase habe vaterbedingt eine Dimension erlangt, die eher zu einer Sau als zu einem Menschen passe, ließ der junge Mann, der seit heuer hauptberuflich Kabarett macht, die Zuhörer in Oberhausen wissen. „Da Bobbe“ hebt nicht ein einziges Mal auf die große oder kleine Politik ab. Das Dorfgeschehen aber nimmt er gewaltig aufs Korn. Insbesondere, wenn er nach der Pause als „Feuerwehrkommandant Muk Brandlhuber“ mit Helm und Schutzanzug die Bühne betritt – und bierselig drauflos erzählt, dass er beim Einsatz keinesfalls rot sehe, obwohl die ganze Mannschaft blau sei. Können er und seine Kameraden doch nix dafür, wenn es auch ausgerechnet am Abend des Feuerwehrballs beim „Preißnschedl“ im Dorf brennen müsse... Das Intermezzo als besoffener Feuerwehrkommandant: eine gut gespielte Nummer, aber arg zugespitzt; vielen Ehrenamtlichen in den Wehren dürfte sie sauer aufstoßen.

„Bobbes“ Streifzug durch den Alltag erfasst viele Begebenheiten. Man erfährt, warum ein Preiß beim Urlaub auf dem Bauernhof so gern aufs „Herzerl-Scheißhaus“ geht, das im Freien steht. Aber der Oberpfälzer befasst sich auch mit Bildung: „Unser Bua, der werd neun Johr, der kommt jetzt bold in d’Schui“, erklärt der Hüne, der vor der Pause im Trachteng’wand auf der Bühne steht, im zweiten Teil aber doch ein T-Shirt mit der Aufschrift „Fackl Fotz’n“ bevorzugt.

Auch wenn das weibliche Geschlecht im Programm einiges abbekommt, gesteht „da Bobbe“ irgendwann, dass er nicht nur seine Sau, sondern auch seine Frau gern hat. Und ihr das auch zeigen wolle – indem er ihr nicht einen Beutel mit zehn Litern Blumenerde heimbringe, sondern sich da nicht lumpen lasse und zum 20 Kilogramm schweren Sack greife... Auch das gehört zu den teils derben Sprüchen dieses Komikers, der immerhin den Ostbayerischen Kabarettpreis 2015 gewann und 2017 mit seinem neuen Programm „Zefix“ Premiere feiern wird.

Johannes Jais

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