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Komödiantische Vollkracher brachte Constanze Lindner am Freitag auf die „Stroblbühne“.

constanze lindner im stroblwirt

Sie kommt bestimmt wieder

Oberhausen - Constanze Lindner ist vieles, aber vor allem urkomisch. Dem Publikum im "Stroblwirt" kam das zugute.

Sie kommt bestimmt wieder

Oberhausen – Sie schauspielert, kalauert, singt, lacht, wütet, tanzt grazil biegsam, holpert und stolpert urkomisch durch ihr zweites Solo-Programm – und sprudelt auch nach der Show beim „Stroblwirt“ weiter: „Ich bin Autodidakt, gelernt habe ich das ja eigentlich nicht professionell“. Ursprünglich hat Constanze Lindner andere Künstler als Marketingprofi einer Plattenfirma begleitet, ehe sie selber Künstlerin wurde. Bühnenerfahrung hat sie zwar schon lange, begeisterte etwa in der BR-Serie „Die Komiker“. Aber für den Solo-Start brauchte es schon einen Schubs aus dem Kollegenkreis. Dass das eine gute Entscheidung war, belegt der frisch verliehene Bayerische Kabarettpreis in der Kategorie „Senkrechtstarter“. Darüber platzte am Freitagabend auch Wirt Franz Strobl aus allen Nähten vor Stolz, schließlich hatten er und seine Frau schon lange vorher einen guten Riecher – und präsentierten die Komikerin nun schon zum zweiten Mal auf der „Stroblbühne“.

Berührungsängste hat Lindner dabei nicht. Sie stürmt auf ihr Publikum zu, drückt, herzt und küsst jeden, der ihr gerade in die Arme gerät. Und hat schon mal alle Sympathien für sich gewonnen. Treuherzig, glaubwürdig und hinterfotzig zeichnet sie ihr eigenes Charakterportrait. Zu blöd, dass sie immer plappern muss statt geheimnisvoll zu wirken. „Ich lach’ gern, aber es muss passen.“ Der Saal quittiert ihre Erkenntnisse mit schallender Begeisterung. Dann beginnt Lindners Verwandlungsperformance. Als männermordende Vollblut-Russin, skrupellose Immobilien-Dealerin oder debile Alte landet sie komödiantische Vollkracher. Gekonnt und gepfeffert changiert Lindner zwischen schräger Fiktion und liebevoll-bissiger Realsatire hin und her, hat ein beeindruckendes Tempo, ist auch für spontanen Schlagabtausch mit ihren Zuhörern bereit. In Oberhausen will das Publikum sie gar nicht gehen lassen. Gut zu wissen, dass sie bestimmt wieder kommt. 

Nächster Kulturtermin

beim „Stroblwirt“: Brass-Pop mit „Donnerbalkan“ – Freitag, 23. September, 20 Uhr. Info: 08802/222.

Dorothe Fleege

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