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Viel zu besprechen gab es bei der Dienstbesprechung der Jagdvorsteher aus dem Landkreis in Oberhausen. 

Dienstbesprechung der Jagdvorsteher

Die Angst vor Afrikanischer Schweinepest geht um

Die drohende Afrikanischen Schweinepest bereitet  weiter Sorgen. Zur Eindämmung der Gefahr soll der Bestand an Schwarzwild massiv bejagt werden, wie es in der Dienstbesprechung der Jagdvorsteher in Oberhausen hieß.

Oberhausen – Noch ist der äußerst resistente Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht über die Grenze geschwappt. Doch jüngste Nachrichten aus Polen lassen aufhorchen. Dort hat die ASP – ungefährlich für Menschen und Haustiere – trotz bestmöglicher Vorsorge einen großen Sprung gemacht und mittlerweile Warschau erreicht (insgesamt verendeten 409 Wildschweine).

Welche Auswirkungen die ASP für Bayern im Falle eines Ausbruchs hat, darüber sprach bei der Versammlung im Gasthaus „Stroblwirt“ Dr. Sabine Tralmer, Veterinäroberrätin beim Landratsamt Weilheim-Schongau. „Das Gebot der Stunde ist, bei der Prävention alle Register zu ziehen und sich gleichzeitig auf den Ernstfall vorzubereiten“, so Tralmer. Denn eine Infektion bei den Wildschweinen ziehe auch massive wirtschaftliche Schäden nach sich – nämlich dann, wenn er sich auf Hausschweine überträgt.

Anders als bei der klassischen Schweinepest oder bei der Maul- und Klauenseuche, bei der eine Keulung des Bestandes von Zuchtvieh und entsprechende Zusatzmaßnahmen zur Eliminierung des Erregers ausreiche, bleibt der ASP-Virus monatelang resistent und kann so weiter verschleppt werden.

Wird ein Fall von ASP kundig, so umfasse der Maßnahmenplan ein Kerngebiet von 20 Quadratkilometern, den gefährdeten Bezirk 1000 Quadratkilometer und die Pufferzone von 12.000 Quadratkilometern.

Zur Vorbeugung sei die Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien grundlegend, so Tralmer. Direkter oder indirekter Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen müsse unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen seien besonders gefährdet. „Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen“, so die Veterinärin.

Auch sollte das Schwarzwild intensiv bejagt werden. Dazu legte das Landratsamt Weilheim-Schongau die Zahlen für 2016/17 vor. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 352 Wildschweine erlegt. Spitzenreiter ist Weilheim mit 67 Tieren, gefolgt von Peiting (59) und Rottenbuch (41), Eberfing (40), Steingaden (30), Penzberg (27), Wessobrunn (26), Seeshaupt (23), Schongau (17), Bernbeuren und Peißenberg (je 11). Zudem sollten alle rechtlich möglichen Maßnahmen wie revierübergreifende Bewegungsjagden, Saufänge oder Nachtzieltechnik eingesetzt werden.

Der Einsatz von Nachtzieltechnik zu Einzeljagd birgt noch immer jagdrechtliche Probleme. Derzeit werde geprüft, so Helmut Stork vom Landratsamt, inwieweit einzelnen geeigneten Revieren ein solches Gerät erlaubt werden könne. Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß habe sich dafür ausgesprochen und möchte dem Beispiel „Fürstenfeldbruck“ folgen, die Nachtzieltechnik im Landkreis einzuführen. Derzeit liegen dem Landratsamt fünf Anträge dazu vor. Intensive Gespräche mit dem Jagdbeirat würden dazu geführt.

Die Erfolge beim Einsatz von Saufängen seien bislang eher bescheiden, sagte Alexander Mania von den „Bayerischen Staatsforsten“. Die Wildschweine gingen ohnehin nur dahin, wo es ihnen gefalle und sie gute Fraßmöglichkeiten hätten. Das bestätigte auch Christian Keller, Jagdvorsteher aus Rottenbuch, wo ein mobiler Saufang bereits eingesetzt wird.

Deutlich wurde bei der Versammlung in Oberhausen aber auch, dass das gemeinschaftliche Jagen wie Drückjagden in der Region erst wieder „erlernt“ werden müsse. Denn im Vergleich zum fränkischen Raum, wo traditionell gemeinsam gejagt werde, sei diese Art der Jagd in Oberbayern seit den sechziger Jahren zurückgegangen und man habe eher auf Einzeljagd gesetzt, so Schwarzwildberater Mania. Die intensive Bejagung von Wildschweinen sei auch aufgrund massiver Schäden, dort etwa besonders in Eberfing und Peiting, notwendig.

Myrjam C. Trunk

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