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In Sichtweite der Oberhausener Kirche: das Areal „Berger Au“, auf dem neue Wohnhäuser entstehen sollen. In den vergangenen Tagen waren auf dem gut ein Hektar großen Gelände Arbeiter einer Spezialfirma mit Bohrungen beschäftigt, für die auch ein Laster mit Auslegekran zum Einsatz kam.
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Die Grafik rechts (nicht absolut maßstabsgetreu) zeigt die Lage des Gebiets im Oberhausener Ortsteil Berg an. 

Elf Parzellen für Wohnhäuser in Oberhausen

Pläne für „Berger Au“ stoßen auf Skepsis

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Auf Wunsch der Gemeinde sollen in Oberhausen elf Parzellen für Wohnhäuser entstehen. Dazu gab es vor kurzem Bodenuntersuchungen.

Oberhausen – Platz für Wohnraum schaffen, das ist auch für die Gemeinde Oberhausen ein Thema. Für die „Berger Au“ möchte sie einen Bebauungsplan aufstellen lassen. Nach dem Entwurf, den der Gemeinderat abgesegnet hat, sollen auf dem Gebiet, das insgesamt 1,3 Hektar umfasst, elf Parzellen mit maximal zwei Wohneinheiten pro Parzelle untergebracht werden. Sieben Parzellen sollen im so genannten Einheimischenmodell vergeben werden. Die Richtlinien dafür sind auf der Homepage der Gemeinde schon einzusehen. Von dem Projekt sind aber nicht alle begeistert.

Speziell in Berg sehen manche das Bauvorhaben skeptisch. Dazu gehört auch Lothar Kunzendorf. Er ist der Meinung, dass das abschüssige Areal „in der vorgesehenen Größenordnung nicht bebaubar“ ist. Vor allem bei starken Regenfällen könnte es ihm zufolge zu Problemen kommen. „Ich kann mir vorstellen, dass es da dann zu Erdbewegungen oder einem Hangrutsch kommt“, so Kunzendorf. Er verweist auf den Starkregen 2016: Damals „hat es den Berger Fußweg weggerissen“.

Kunzendorf hält das Baugebiet auch mit Blick auf die vorhandene Infrastruktur für überdimensioniert: „Die Straßen werden nicht größer. Und der Löschwasservorrat ist auch nicht groß genug.“ Außerdem sei es schwierig, wenn künftig aus dem neuen Baugebiet heraus Eltern mit Kindern auf der bestehenden Straße in Richtung Ortskern wollen: „Wie sollen die gefahrlos nach Oberhausen kommen?“ In Berg wurdenvor einiger Zeit Unterschriften gesammelt und zusammen mit einem Brief an Bürgermeister Thomas Feistl übergeben.

Er hält das das Baugebiet, sollte es so wie vom Gemeinderat gewünscht zustande kommen, „nicht für überdimensioniert“. Jede Parzelle sei etwa 650 Quadratmeter groß. Mit der Bebauung sei man von der Hangkante „weit entfernt“. Der Bürgermeister kann nachvollziehen, dass es Bedenken gibt. Ein neues Baugebiet „schränkt Nachbarn unter Umständen ein“. Doch wenn einem das Recht zu bauen zugestanden worden sei, „kann man es dem anderen nicht verwehren“.

Zum Thema „Infrastruktur“ sagt Feistl: „Berg ist ganz normal erschlossen.“ Für den Ortsteil sei ein Verkehrkonzept vorgesehen. Man müsse dabei auch ganz genau abwägen. Würde die Straße ausgebaut und verbreitert, „dann kommen mit Sicherheit Beschwerden, dass zu schnell gefahren wird“. Obendrein müsse darauf geachtet werden, die Straße durch Berg nicht durch einen etwaigen Ausbau „zur inoffiziellen Ortsumgehung für Huglfing zu machen“. Das würde deutlich mehr Verkehr für den Ortsteil bedeuten.

Die erste Auslegung für den Bebauungsplan ist abgeschlossen. Einige „Träger öffentlicher Belange“ haben sich gemeldet, andere – wie übrigens der Bund Naturschutz – nicht. Das Wasserwirtschaftsamt hat laut Feistl angemerkt, dass die Bodenuntersuchungen, die bisher gemacht wurden, noch keine genügend genaue Feststellung zulassen, inwieweit eine Versickerung von Regenwasser problemlos möglich ist. Deswegen wurden in den vergangenen Tagen auf dem Gelände von einer Firma Bohrungen vorgenommen. „Das Ergebnis ist Grundlage für weitere Planungen“, sagt Feistl. Er hofft, dass die Resultate in einigen Wochen vorliegen.

Die Nachfrage nach Baugrund in der Gemeinde „ist mehr als groß. Wir bekommen viele Anrufe“, sagt Feistl. Seit 1999 ist das Gebiet „Berger Au“ im Flächennutzungsplan als Wohngebiet vorgesehen. Im Jahr 2014 erwarb die Gemeinde das Areal. Damals „gab es noch keine konkreten Planungen und Zeiträume“, so Feistl. Doch schon bald „mussten wir feststellen, dass ein gewisser Siedlungsdruck vorhanden ist“. Daher wurde ein Bebauungsplan aufgestellt. Die erste Auslegung ist abgeschlossen.

Je nachdem, wie die Resultate aus den Bohrungen ausfallen, wird die Planung überarbeitet werden. Danach erfolgte eine zweite öffentliche Auslegung. Wenn sich dort keine schwerwiegenden Einwände ergeben, dann wird der Bebauungsplan rechtskräftig und es kann mit der Erschließung begonnen werden. Über einen zeitlichen Rahmen „traue ich mich keine Aussagen zu treffen“, sagt Bürgermeister Feistl. „Wir warten jetzt erst einmal die Ergebnisse ab. Ich sehe das Ganze entspannt.“

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