Geruchsbelästigung durch Landwirtschaft in Berg

Schnupperprofis erstellen Gutachten

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Wie stark ist die Geruchsbelästigung durch die Landwirtschaft im Oberhausener Ortsteil Berg? Diese Frage soll ein Gutachter klärebn.

Oberhausen – Der Hof mitten im Oberhausener Ortsteil Berg ist alt, sehr schön und sehr baufällig. Sein Besitzer hat deshalb den Antrag gestellt, die große alte Hofstelle abzureißen und an ihrer Stelle einen Neubau mit vier Wohneinheiten, einer Gewerbeeinheit und vier Garagen hinzusetzen.

Der Entwurf des Neubaus kam im Gemeinderat gut an, auch weil er sich formal stark am heutigen Gebäude orientiert. Zwar fremdelten einige Gemeinderäte ein wenig mit den Dachgauben, aber prinzipiell gefiel die Planung.

Allerdings gab es ein Problem: Die Gemeinde lässt gerade einen Bebauungsplan für den Ortsteil Berg erstellen. Der soll die Bebauung des dörflich geprägten Areals regeln, um den Charakter zu erhalten. Und während der Plan erarbeitet wird, gilt eine sogenannte Veränderungssperre. Das heißt, dass nichts neu gebaut werden darf, wenn der Gemeinderat nicht eine Ausnahme genehmigt. Und eben so eine Ausnahme hat der Bauwerber für den Abriss und den Neubau nun beantragt. Er sorgte damit für einige Diskussionen im Gemeinderat. Bürgermeister Thomas Feistl berichtete, dass das Landratsamt für den neuen Bebauungsplan nun auch noch ein sogenanntes Geruchsimmissionsgutachten gefordert hat.

„Dabei soll die Geruchsbelastung durch die landwirtschaftlichen Unternehmen im Ort untersucht werden“, erklärte er. Das verwunderte dann doch so manchen Gemeinderat, schließlich ist Berg nun mal ein kleiner Ortsteil und dass es auf dem Land nach Odel riechen kann, dürfte eigentlich klar sein. Aber Vorschriften sind Vorschriften und deshalb werden jetzt Gutachter zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten und bei verschiedenen Wetterlagen ihre zertifizierten Nasen in den Wind hängen, um zu überprüfen, wo es wie stark nach Landluft duftet. „Das ist kein Gutachten, das binnen ein paar Wochen erstellt ist“, sagte Feistl. Und in der Konsequenz könne es durchaus sein, dass in manchen Bereichen dann vielleicht nicht mehr gebaut werden dürfe. Die Kosten für das zusätzliche Gutachten würde zu 60 Prozent der Freistaat Bayern übernehmen, kündigte er an. Für den Bauwerber würde das allerdings bedeuten, dass er unter Umständen sehr lange warten müsste, bis er sein Vorhaben umsetzen kann.

Daher sprach sich Feistl dafür aus, für das konkrete Vorhaben die Veränderungssperre aufzuheben. „Der Bau fügt sich gut ein, fällt sogar deutlich kleiner aus als das heutige Gebäude. Nach dem Entwurf des Bebauungsplanes dürften auf dem Grundstück sogar erheblich mehr Wohneinheiten errichtet werden“, führte er aus. Zudem habe der Bauwerber bereits sein Einverständnis erklärt, an der Grundstücksgrenze einen Meter an die Gemeinde abzutreten, wenn die Straße verbreitert werden sollte. Und eine Sanierung des Bestandsgebäudes sei unverhältnismäßig aufwändig.

Zwar äußerten einige Mitglieder des Gemeinderates ihre Befürchtungen, dass man mit der Ausnahme einen Präzedenzfall für andere Bauwerber schaffe, schlussendlich stimmte der Rat allerdings mit großer Mehrheit dafür, den Neubau zuzulassen.

Rubriklistenbild: © dpa / Mohssen Assanimoghaddam

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