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Sie sind „Hudlhub“: Mathias Petry, Barbara Seitle und Sabine Beck (rechts) beim Konzert in Oberhausen. 

„Hudlhub“ beim „Stroblwirt“

Echt was verpasst!

Oberhausen - Die „Hudlhub“-Band gab beim „Stroblwirt“ in Oberhausen ein „Wohnzimmerkonzert“. Wer nicht da war, hat echt was verpasst.

„Hudlhub“: Ist das jetzt ein realer oder ein fiktiver Ort? Eigentlich beides. „Hudlhub ist ein Weiler in der Nähe von Pfaffenhofen mit genau einem Haus, in dem exakt eine Frau lebt“, erklärt Mathias Petry, Songschreiber und Gitarrist der Band „Hudlhub“. Aber all die Ereignisse, die seit gut einem Jahr in zwei Büchern, einer CD und einem Bühnenprogramm über Hudlhub erzählt werden, die sind erfunden. Ein realer Name für ein so nicht existierendes, idealtypisches oberbayerisches Dorf also. Das wäre schon mal geklärt.

Mit Barbara Seitle, Sabine Beck und Mathias Petry ins Gespräch zu kommen, war an diesem Sonntagabend im Gasthaus „Stroblwirt“ ganz unkompliziert. Da nicht die üblichen 200, sondern gerade mal ein Dutzend Gäste gekommen waren, fand das Programm „Nur ned hudln“ nämlich nicht im Saal, sondern in der kleinen Gaststube statt – echte Wohnzimmeratmosphäre also mit Künstlern zum Anfassen. Und Befragen. Was man sonst nur mit viel Glück beim Signieren von Autogrammen oder CDs loswerden kann, ergab sich diesmal quasi en passant während der Aufführung. Und was soll man sagen: Dem Publikum, den immer wieder herein schauenden Wirtsleuten und den drei Hudlhubern machte es einen Riesenspaß.

Die Lieder behandeln Alltagsprobleme, sind aus dem Leben gegriffen, sprechen dem einen oder anderen Zuhörer spürbar aus der Seele. Es geht um das Leben auf dem Land, das andere, langsamere Tempo hier, die soziale Einbindung (man kennt immer einen, der zumindest einen kennt, der einem weiter helfen kann) oder die elementare Bedeutung der Feuerwehr, deren Präsenz aufgrund des draußen tobenden Gewitters auch in Oberhausen unüberhörbar ist.

Die mitreißende Musik kommt mit erstaunlich wenigen Mitteln aus: Allen voran Petrys volltönender Gitarrensound, Sabine Beck an den Drums, ein paar wohldosierte Sphärenklänge aus der elektronischen Zauberbox, dazu Gesang. Und damit kommen wir zum Hammer des Abends, der Stimme von Barbara Seitle, denn die ist schlicht umwerfend: warm, rund, kraftvoll und zart zugleich, mit der besonderen Ausstrahlung, die den Zuhörer unabwendbar in den Bann zieht. Petry und Beck geben den „Begleitchor“, ohne ihr die Vorrangstellung streitig zu machen. Der dichteste Song des Abends war wohl die „Elfenbeinprinzessin“, ursprünglich entstanden für ein Hudlhub-Musical, das es nun aber doch (noch?) nicht gibt: In der Vollmondnacht macht diese Jagd auf „fesche Burschen“. Und sie hat „no jed’n deppert g’macht“.

Solches Verführungspotenzial hat Seitles Stimme durchaus auch. Wer nicht da war, hat echt was verpasst… 

Sabine Näher

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