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Hinterzimmerpolitik: Im Gasthaus wurde eifrig und heftig über die Gründe für das Feuer im Kloster debattiert. 

„Iberl-Bühne“ beim „Stroblwirt“

Verschlungene und witzige „Bier-Rebellion“

Die  „Iberl-Bühne“ begeisterte beim „Stroblwirt“ mit der „Bier-Rebellion“. Die Schauspieler begaben sich auf die Suche nach der Wahrheit eines Brauereiunglücks.

Oberhausen Es soll zur festen Einrichtung werden, dass Georg Maiers „Iberl-Bühne München“ zweimal im Jahr beim „Stroblwirt“ in Oberhausen gastiert. Das garantiert auf jeden Fall ein volles Haus. Die große Beliebtheit des seit über 50 Jahren bestehenden Wirtshaustheaters, das seine Bühne seit 2014 im Stammhaus des Augustiner-Bräu hat, zeigte sich auch am Freitagabend. Vor ausverkauftem Haus begeisterten die Darsteller beim Stück „Die drei’quartel Bier-Rebellion oder wann dir der Bierpreis ned schmeckt, nacha muasst hoid a Wasser sauffa!“.

Die Zuschauer wurden dabei auf der Stroblbühne in das Hinterzimmer eines Gasthauses versetzt, man schreibt das Jahr 1910 und die Frage steht im Raum, wer schuld am Brand in der Klosterbrauerei hat. Der Weg zur Wahrheit ist verschlungen, witzig und gespickt mit typischer Münchener Mentalität. Und mit einem Vokabular versehen, das mitunter nur Freunden der antiquierten dialektalen Ausdrucksweise geläufig sein könnte. Aber auch daran hatte man gedacht und – quasi als O-Ton-Untertitel – per Plakat übersetzt. Sehr zur Freude eines Publikums, das von Anfang an mit einbezogen wurde. Autor Georg Maier, der auch den ausgefuchsten wie immer durstigen Feuerwehrkommandanten Zündler spielte, hatte für sein Stück als geschichtlichen Hintergrund die Geschehnisse des Bierkrieges in jeder Zeit im oberbayerischen Dorfen zugrunde gelegt. Der 75-Jährige Maier riss mit seiner Begeisterung am Theaterspielen auch nach oder gerade wegen über 50 Jahren Iberl-Bühne sein Publikum dementsprechend mit. Ein Vollprofi, der Autor, Regisseur, Dramaturg, Schauspieler und Musikant in einer Person ist.

Flankiert wurde Georg Maier von Florian Freytag als Brandinspektor Rudi Greiffer, der den Protokollen zu Brandnacht eher wenig Glauben schenken mag. Denn nach Angaben von Zündler soll es aufgrund des Bierpreises zu einem Streit gekommen sein und wegen des hitzigen Gefechts sei das Feuer von selbst ausgebrochen. Als überkorrekter Beamter einer Assekuranz und mit einer Legion möglicher Mimiken und Gesten, ist Greiffer der Inbegriff des Inspektoren-Gescheithaferls mit Spürnase, der jedoch nicht den Reizen der angehenden Ordensschwester Amourosa (Raphaela Maier) nicht widerstehen kann. Jene ist als Bierbrauerin des Klosters handwerklich begabt und braut ein besseres Bier als der verschlagene Ökonomierat vom Bräu Drei´quartel (Harald Edelmann), der seinen Profit auf nicht gut eingeschenkte Steinkrüge baut, „da sieht es die Kundschaft nicht“. Doch was wäre die beste Gaststube ohne einen eigensinnigen Schankkellner (Xaver Huber), der nur gewissen Gästen gegenüber gewillt ist, ihnen eine Mass zu bringen. 

Vorschau

Die Iberl-Bühne gastiert das nächste mal beim „Stroblwirt“ am 23. November mit dem Stück „Wuidschütz´n“.

Myrjam C. Trunk

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