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„Und ich bin ja nur ein armer Künstler...“: Stephan Bauer auf der „Stroblbühne“. 

kabarett mit stephan bauer in oberhausen  

Männer sind einfach beschränkt

Oberhausen - Es ist eine Herausforderung, ein  monothematisches Kabarettprogramm zu machen, das über zweieinhalb Stunden trägt. Stephan Bauer wurde ihr gerecht.

 Obwohl er sich in seinem Solo „Warum Heiraten – Leasing tut’s auch“ „nur“ über Beziehungsprobleme ausließ, wurde es ein kurzweiliger und amüsanter Abend. Fast hatte es den Anschein, als wurde noch mehr gelacht als sonst im gesteckt vollen Saal. Aber mit diesem Thema hat nun wirklich jeder seine Erfahrungen gemacht – und Stephan Bauer schien vielen der Anwesenden aus der Seele zu sprechen.

Ausgangskonstellation: der ältere Mann und die jüngere Frau. Warum ist diese so häufig anzutreffen? „Weil es toll ist für den Mann“, doziert Bauer. „Die fühlt sich gut an, ist wahnsinnig unkompliziert und will nur für ihre Schönheit bewundert werden. Ältere Frauen dagegen wollen, dass man sie mag!“ Aber aus Sicht der jungen Frau? Das vielbeschworene Argument, die seien nur aufs Geld aus, könne es nicht sein, meint Bauer, denn er habe keines. Die psychologische Einsicht, es gehe dabei um den Vater-Ersatz und das Urbedürfnis, beschützt zu werden, leuchte ihm schon eher ein. Aber nach längerem Analysieren stellt er fest, dass seine 15 Jahre jüngere Freundin ihm in allem überlegen ist: Sie hat ein unerschütterliches Selbstbewusstsein, kennt sich mit moderner Medientechnik viel besser aus als er und verdient als Bankerin richtig viel Geld. „Und ich bin ja nur ein armer Künstler. Das lässt sie mich auch spüren. Ich fühle mich arm, alt, dick und hässlich. Stimmt’s? – Da habe ich schon mal mehr Protest gehört…“.

Bauer geht gnadenlos mit sich ins Gericht und deckt seine Schwachstellen unbarmherzig auf. Stellt er, um sich aufzubauen, einmal den „Großen Bauer“ auf den Frühstückstisch, tauscht ihn seine Sina kopfschüttelnd gegen einen „Fruchtzwerg“ um. Und dann die heikle Frage nach der Anzahl der bisherigen Sexualpartner. Er kommt gerade mal auf drei, sie auf 15! Entsetzt rechnet er aus, dass sie damit zwei Männer pro Jahr verschlissen habe. Sie entgegnet ungerührt: „Ich hatte auch schon mal zwei an einem Abend…“

Sina lebt gesund, schleppt ihn aufs Bio-Oktoberfest („Ohne Alkohol! Dort heißt es ‚O-Saft is!’“) und hält ihm seinen Fleischkonsum vor. „Aber wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch?“ Dabei ist Bauer bereit, seine „männliche Beschränktheit“ einzugestehen. „Es wäre nur schön, wenn uns die Frauen das nicht immer so spüren ließen!“ Doch obwohl er sie stundenlang massiert, toleriert, dass sie nicht kochen kann und nächtelang mit ihrer besten Freundin durch die Clubs zieht, kommt es schließlich, wie es kommen muss: „Wir haben uns getrennt. Auf Zeit. Erst mal für 30 Jahre…“. 

Nächster Kulturtermin

der „Stroblbühne“: „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“ am kommenden Freitag, 11. März, 20 Uhr. Info/Karten: 08802/222.

Sabine Näher

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