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Stimmungskanonen: Das Quartett „Alpin Drums“.

„Alpin Drums“ spielten in Oberhausen

Schlaflied aus der Zahnpastatube

Die „Alpin Drums“ traten in Oberhausen auf. Und die Musiker ließen es im „Stroblwirt“ richtig krachen.

Oberhausen – Drummen bis die Milchkanne qualmt: Auch mit seiner neuen Show „Der Berg groovt“ holt Toni Bartl mit seinem Quartett „Alpin Drums“ zum großen Schlag aus. Quasi als Vorpremiere spielten die vier professionellen Schlagzeuger beim „Stroblwirt“ in Oberhausen vor ausverkauftem Haus. Offizielle Premiere ist nämlich erst am 12. November im Münchener Prinzregententheater.

Die Musiker ließen es krachen: Wer meint, dass mit dem Herumgetrommle auf Bettpfannen schon genug fröhliche Stimmung im Publikum erzeugt wäre, irrt: eine Feder an den Bottschamber und auf dem Kopf als Hard-Rock-Tirolerhut. Jeder Installateur wird sich nach diesem Abend wohl für seine Kunden etwas einfallen lassen müssen, denn „Alpin Drums“ bewies, dass aus einem Wasserhahn nicht nur Wasser, sondern auch Bert Kaempfers „Swinging Safari“ herauskommen kann.

Ihr begeistertes und bestens unterhaltenes Publikum überraschten die Drummer immer wieder mit unverhofften Wendungen. Da wurden Kuhglocken zu bairisch-tibetanischen Klangschalen, die sich im erste Jingle-Bells- -Glockenklang in Richtung Weihnachten verirrten. Fußbälle, an deren Ventile Trillerpfeifen im „La Cucaracha“-Stil schrillten. Und ein ganzer Saal setzte sofort mit dem Ruf „Tequilla“ ein, als Blumentöpfe mit dem entsprechenden Rhythmus bepflanzt wurden.

Überhaupt lebt auch das neue Programm von Toni Bartl fast ausschließlich vom Humor ohne Worte. Und wenn schon Text, dann bitte mit selbst gemachten Französisch, das auch der nicht so polyglotte Zuhörer sofort versteht: Das ist der Moment, wenn sich die vier Schlagzeuger eine Kochmütze aufsetzen und ala „Schuhbeck“ mit Küchengeräten auf eine Weise hantieren, bei der dem großen Meister ganz bestimmt der Ingwer aus der Hand fallen dürfte – spätestens jedoch dann, wenn eine Stabmixergeige „Lustig ist das Zigeunerleben“ spielt.

Das Publikum konnte es kaum fassen, wie schnell die Zeit vorüberflog und wollte das Quartett erst nach drei Zugaben gehen lassen. Und „Alpin Drums“ verabschiedeten sich in Zipfelmützen mit einem Schlaflied aus der Zahnpastatube. 

MyrJam C. Trunk

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