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„Offene Heizraum-Tür“ bei Christof Wiedmann (l.): Unter den Gästen waren (v.l.) Peter Hohmann, Bürgermeister Thomas Feistl, Andreas Reichel und Manfred Albert. 

„Wenn der Schweinsbraten ...“

Neuer Sinn für alte Photovoltaik-Anlagen - „Dafür sind allerdings zwei Dinge notwendig“

Lohnen sich „alte“ Photovoltaik-Anlagen noch, wenn die hohe Einspeisevergütung wegfällt? Aber sicher – wie jetzt in Oberhausen zu erfahren war.

Oberhausen – Die Energiewende wird erwachsen. Damit sind auch die ersten Photovoltaik-Anlagen, die installiert wurden, weil ihre Besitzer die hohe Einspeisevergütung einstreichen wollten, in die Jahre gekommen. Jetzt läuft die Förderung der alten Anlagen aus. Damit stellt sich laut Christof Wiedmann die Frage für deren Besitzer: „Was mache ich mit meiner „Ü-20-Anlage?“.

Alte Photovoltaik-Anlagen werden weiter verwendet

Für Wiedmann, einen der Gründer des Arbeitskreises „Energie, Umwelt und Mobilität“ in Oberhausen, der – gemeinsam mit seinem Nachbarn – eine solche „Alt-Anlage“ hat, ist der Fall klar: „Die Anlage funktioniert noch, also benutzen wir sie weiter – anders als bisher.“ Um sein Wissen an andere weiterzugeben, hatte der Fachmann für Stromspeicher zum „Tag der offenen Heizraum-Tür“ eingeladen. 15 Besucher waren gekommen, darunter auch zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt.

Noch läuft Wiedmanns PV-Anlage als „Volleinspeise-Anlage“, aber noch heuer ist damit Schluss. Die Einnahme von 50 Cent pro Kilowattstunde entfällt. Dies sieht Wiedmann aber nicht als Problem: „Der Strom bleibt uns ja.“ Ihn zu verkaufen, hat bei den aktuellen Einspeisevergütungen allerdings keinen Sinn mehr. Die Lösung laute also: „Eigenverbrauch, und zwar so viel wie möglich.“

Mit dem Strom, den die PV-Anlage liefert, lassen sich nicht nur die Haushaltsgeräte betreiben, sondern auch die Wärmepumpe für die Heizung und das Auto. „Dafür sind allerdings zwei Dinge notwendig“, so Wiedmann: „ein Speicher und eine intelligente Steuerung“. Den Speicher braucht er, um den Strom „vom Tag in die Nacht zu retten“, die Steuerung, um die hausgemachte Energie sinnvoll nach aktueller Priorität zu verteilen: „Wenn der Schweinsbraten im Ofen ist, dann hat er Priorität.“

Selbst produzierter Strom billiger als der eingekaufte

Das dreistufige System liefert den Strom, der vom Dach oder aus der Batterie kommt, immer erst an die Geräte, die per Schalter manuell eingeschaltet werden, dann kommt die Wärmepumpe, die einen Pufferspeicher aufheizt, an dritter Stelle steht das Elektroauto. „Und wenn ich weiß, dass ich eine längere Strecke fahren muss“, so der Oberhausener, „dann kann ich das Auto auch vorrangig laden.“

Laut Wiedmann lohnt sich beim Eigenverbrauch auch die Neuanschaffung einer PV-Anlage. Die Module seien inzwischen so leistungsfähig und billig, dass der selbst produzierte Strom billiger ist als der eingekaufte. Man brauche dafür nicht einmal ein nach Süden ausgerichtetes Dach. Die Kombination von zwei Anlagen auf einem Ost- und einem Westdach habe sogar einen Vorteil: „Man hat von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Strom zum direkten Verbrauch.“

VON ALFRED SCHUBERT

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