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Abstand gewahrt: Anneliese Reichert wird nach ihrer Wahl umgehend von Rathauschef Thomas Feistl als zweite Bürgermeisterin vereidigt.

Huglfinger haben bei Wahl geholfen

Oberhausen hat jetzt eine zweite Bürgermeisterin

  • Andreas Baar
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Oberhausen hat einen neuen Rathausvize. Anneliese Reichert wurde vom Gemeinderat zur zweiten Bürgermeisterin gewählt. Die Wahl wurde wiederholt, weil es Unstimmigkeiten über den Ablauf der ersten Entscheidung gab.

Oberhausen – Eigentlich schien an diesem Abend des 7. Mai mit der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats alles klar in Oberhausen: Amtsinhaber Rudolf Sonnleitner (Parteifreie Wählerschaft) bleibt zweiter Bürgermeister und damit Stellvertreter von Thomas Feistl (ebenfalls Parteifreie Wählerschaft). Sonnleitner hatte soeben das nach zwei unentschiedenen Wahldurchgängen notwendig gewordenen Losverfahren gegen Herausforderer und ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Andreas Reichel (ÖDP) für sich entschieden. 

Doch dann machte der ÖDP-Ortsverband Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Losverfahrens öffentlich. Es folgten diverse Telefonate mit dem Landratsamt, einem eigenen Antrag Sonnleitners („Amt und Person werden beschädigt“) auf Wahlwiederholung, großes Gerede im kleinen Dorf – und vier Wochen später ein erneuter Urnengang der Gemeinderäte.

Überraschendes Ergebnis bei der Stellvertreter-Wahl

Nach kontroverser Debatte inklusive empörter Vorwürfe eines „Geschmacks“ und dem Appell, wieder zur Sacharbeit zu kommen, hatte sich die Runde mit einer 9:6-Mehrheit für eine erneute Stimmabgabe entschieden. Mit einem überraschenden Ergebnis: Nicht Sonnleitner oder Reichel, der wegen der Reaktionen nach der Mai-Entscheidung zurückzog („Das hat mir sehr zu denken gegeben“), stellen den Rathausvize. Sondern Anneliese Reichert (Tradition und Fortschritt). Die 59-Jährige aus Berg, die seit 2014 im Rat sitzt und Mitbegründerin ihrer Liste ist, setzte sich in der geheimen Abstimmung deutlich mit 10:5 Stimmen gegen den Amtsinhaber durch. Sie war zuvor von Reichel auf das Kandidatenschild gehoben worden. Dessen Argument: Der Stellvertreterposten solle nicht auch von der Bürgermeisterliste besetzt werden.

Huglfinger helfen bei der Wahl

An diesem Abend blieb den Gemeinderäten ein erneuter Losentscheid erspart. Zur Sicherheit wurde beim Wahlausschuss auf Neutralität geachtet: Das Huglfinger Bürgermeistergespann Markus Huber und Vize Harald Bauer übernahm die Aufgabe. Sie hätten im Bedarfsfall auch als Losfee fungiert.

Der Oberhausener Rathauschef und seine neue Stellvertreterin standen bereits zwei Mal im politischen Ring. Anneliese Reichert war 2014 und zuletzt im März als Bürgermeisterkandidatin angetreten – beide Male hatte sich Thomas Feistl durchgesetzt.

Lesen Sie auch: Die Gemeinde Huglfing will das Umfeld ihres Bahnhofs neu gestalten. Doch das Vorhaben droht wegen der angespannten Lage auf dem Wartegleis zu landen. Der Gemeinderat zog die Notbremse.

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