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Planung live: Architekt Florian Dilg (2.v.l.) erklärt den „Werkstatt“-Besuchern die Ideen für das künftige Rathaus – auch Bürgermeister Thomas Feistl (3.v.l.) und Gemeinderätin Anneliese Reichert (3.v.r.) hörten zu.

Architektenwettbewerb

Eigene „Werkstatt“ für Rathaus-Planung in Oberhausen

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Premiere in Oberhausen: Erstmals startete die Gemeinde einen öffentlichen Architektenwettbewerb. Es geht um die Sanierung des Rathauses – die Bürger durften bei der „Planungswerkstatt“ mitreden. Den Auftrag vergibt dann allerdings eine Jury.

Oberhausen – Die Gemeinde Oberhausen strebt das nächste große Bauprojekt an. Sie geht heuer die Sanierung samt barrierefreiem Umbau des Rathauses an. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude bedarf dringend einer Modernisierung. Die Gelegenheit ist günstig: Mit dem Auszug des Kindergartens 2018 in den benachbarten Neubau wurden Räume frei. Der Gemeinderat hatte im März 2018 in einer Klausur die Marschrichtung beschlossen: Die Verwaltung bleibt im Haus, ebenso der Mehrzweckraum, und im Erdgeschoss sollen ein Café sowie ein Einzelhändler und ein Veranstaltungsraum untergebracht werden. Die Planungen sind gestartet.

Dafür hatte die Gemeinde eine „Planungswerkstatt“ initiiert. Drei Architekturbüros – „B3“ aus Penzberg, „Sunder-Plassmann“ aus Greifenberg sowie „Zwingel/Dilg“ aus München – wurden zum Wettbewerb eingeladen. Vor Ort setzten sie sich nun an die Entwurfsplanung. Interessierte Bürger durften ihnen über die Schulter schauen und Anregungen einbringen.

Problem: Gebäude ist bislang nicht barrierefrei

Das Gebäude wurde laut Bürgermeister 1906 in einem ersten Bauabschnitt errichtet. „Es wurde als Schulhaus genutzt“, so Thomas Feistl. Später folgte ein Anbau für Schule und Lehrerwohnung, nach dem II. Weltkrieg bezog die Verwaltung ihre Räume. Die Schule wurde in den 1970er Jahren nach Huglfing ausgegliedert, dafür zog der neue Kindergarten ein – anfangs mit dem Nachwuchs aus Huglfing und Eglfing. „Jetzt sind wir an der Nachnutzung dran“, gab Feistl die Aufgabenstellung vor.

„Ein Riesenthema“ ist, wie Sandra Urbaniak vom betreuenden Germeringer Architekturbüro AKFU betonte: „Das Gebäude ist nicht barrierefrei.“ Daran wollen die Oberhausener etwas ändern. Weiterer Wunsch: Künftig soll der Bereich um das Rathaus für eine öffentliche Nutzung geöffnet werden – „um wirklich einen Dorfplatz zu gestalten“, so Urbaniak.

Von der Resonanz „positiv überrascht“

Knapp fünf Stunden brüteten die Fachleute über ihren Plänen. Am Ende präsentierten sie ihre Ergebnisse im Sitzungssaal. Rund 30 Besucher hörten zu, wie Urbaniak berichtete. „Das ist sehr gut gelaufen“, bilanzierte sie das Verfahren. Die Ideen reichten von „die Stärken des bestehenden Gebäudes herausgepickt“ über einen kleinen Anbau („dadurch Freiheit verschafft im Grundriss“) bis zu einem innen liegenden Aufzug hoch zum Mehrzweckraum unter dem Dach. Auch Feistl ist zufrieden. Er sagte: „Es war spannend zu sehen, wie drei Büros komplett unterschiedliche Ansätze füllen.“ Viel Zeit war nicht. Eine Woche zuvor hatten die Planer die Problemstellung erfahren. Bei der „Werkstatt“ hatten sie „das Rathaus tatsächlich zum ersten Mal gesehen“, erklärte Feistl. Von der Resonanz der Bevölkerung, war er „positiv überrascht“.

Entschieden wurde an diesem Tag nichts. Die Büros reichen bis 13. Februar ihre Ergebnisse ein. Für die Teilnahme am Wettbewerb erhalten sie jeweils eine Vergütung von 5500 Euro. Am 25. Februar wählt die Jury – in ihr sitzen die Gemeinderäte, Kreisbaumeister Horst Nadler sowie Vertreter der Regierung von Oberbayern – den Siegerplan aus. Feistl möchte den Bauantrag heuer behandeln. Der Baubeginn hänge von der Städtebauförderung ab, die Gemeinde hofft auf einen Zuschuss.

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