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Alternative zur Kreisstraße WM 15: Radfahrer sollen von der Oberhausener Kläranlage über eine Ammerbrücke (Kreuz) auf den vorhandenen Wirtschaftsweg entlang des Flusses nach Peißenberg geführt werden.

Neue Kooperation

Brückenschlag beim Ammer-Radweg - Oberhausen und Peißenberg freuen sich

  • Andreas Baar
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Es sieht gut aus für den Radweg zwischen Oberhausen und Peißenberg. Das Landratsamt unterstützt den Bau einer Brücke über die Ammer – und stellt den Kommunen eine Kostenbeteiligung in den Raum. Man spricht stolz von einem Modellprojekt.

Oberhausen/Peißenberg Eine alltagstaugliche Radwegeverbindung für Pendler und Schüler zwischen Oberhausen und Peißenberg: Das wünschen sich beide Seiten schon seit Jahren – doch bislang scheiterte das Vorhaben. Bereits 2015 hatten sich die beiden Kommunen von Studenten der TU Stuttgart Vorschläge machen lassen.

Trasse an der Kreisstraße vom Tisch

Ergebnis: Am besten wäre eine Trasse direkt an der Kreisstraße WM 15. Doch es fehlt an den Grundstücken. Zudem schreckten die geschätzten Kosten von rund einer Million Euro, ohne den Grunderwerb, die Entscheidungsträger ab. Da blieb nur die zweite Variante: Ein Radweg von der Oberhausener Kläranlage zur Ammer, per Brückenschlag rüber auf Peißenberger Flur und weiter auf dem vorhandenen Wirtschaftsweg in Richtung Marktgemeinde. Für diese Lösung hatten sich beide Gemeinderäte zuletzt im November mit Nachdruck ausgesprochen (wir berichteten).

„Willenserklärung“ der Landrätin

Dafür sieht es jetzt gut aus: Das Landratsamt wurde als Partner mit ins Boot geholt – vor allem für die Finanzierung. Es ist eine Kehrtwende, bisher war die Haltung des Landkreises: Der Radweg kann nur entlang der Kreisstraße gebaut werden. Kurz vor der Wahl verkündet Landrätin Andrea Jochner-Weiß eine „Willenserklärung“ zu Gunsten der Brückenvariante samt kommunalem Zuckerl. Man könne sich eine Kostendrittelung vorstellen, sagt sie. Eine Schätzung vermag Kreiskämmerer Norbert Merk noch nicht zu nennen, er sagt aber: Eine Brücke wäre „eine relativ einfache Geschichte“. Die TU-Studie hatte rund 300 000 Euro für den Bau des Flussübergangs genannt. Was Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni allerdings nach heutigem Stand für „sehr unrealistisch“ hält. Für die Rathauschefin ist es trotzdem die finanziell beste Lösung. „Das kommt wesentlich günstiger“, sagt sie mit Blick auf die aufwändigere Kreisstraßen-Variante. Auch ihr Oberhausener Amtskollege Thomas Feistl macht sich für die „pragmatische Lösung“ stark – für die es neben dem Flussübergang lediglich noch circa 100 Meter neue Wegstrecke am südlichen Ammerufer brauche.

„Landkreis braucht Verbindung“

Jochner-Weiß schwärmt schon jetzt von einem „Modellprojekt für unseren Landkreis“. Es wäre eine erste Umsetzung des Ende 2019 vom Kreistag einstimmig abgesegneten Alltags-Radwegekonzepts. Die Strecke gilt als wichtige Ost-West-Trasse und soll einen Korridor erschließen. Der Bedarf ist vorhanden, sagen alle Beteiligten. „Der Landkreis braucht die Verbindung“, betont Vanni.

Politik muss mitspielen

Mit der Absichtserklärung ist allerdings nichts in trockenen Tüchern. Die politischen Gremien müssen zustimmen. Die Landrätin rechnet damit, dass sich der Kreistag in seiner jetzigen Legislaturperiode, wohl im April, mit dem Thema beschäftigt. Dann sollen die Peißenberger und Oberhausener Räte ihr O.k. geben. Rathauschef Feistl wirbt nicht nur für eine Alternative für Pendler und Schüler, sondern auch damit, dass mit der Variante eine großflächige Versiegelung der Landschaft vermieden werde. „Es ist eine gute Lösung, die bestehenden Wege zu nutzen.“

Planung noch heuer

Ziel, so Feistl, sei es, heuer mit den Planungen zu beginnen. Die Umsetzung soll möglichst zeitnah erfolgen, bekräftigt Landrätin Jochner-Weiß. Aus der Kreisverwaltung selbst sind bereits positive Reaktionen gekommen: Laut Jochner-Weiß hat die Untere Naturschutzbehörde signalisiert, dass eine Ammerbrücke nahe der Ach-Einmündung wohl ohne Verträglichkeitsprüfung realisiert werden kann. Allerdings hat das Wasserwirtschaftsamt ein Wort mitzureden.

Mit dem Bau allein ist es nicht getan. Der Radweg abseits der Straßen braucht eine gewisse Ausstattung, wie Bürgermeisterin Vanni einräumt: „Man wird sich Gedanken über eine Beleuchtung machen müssen.“

Lesen Sie auch: Mehr Radwege im Landkreis – doch wer zahlt’s?.

Ebenfalls interessant: Gemeinden pochen auf Radweg an Ammer.

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