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Der Außenlift (rechts) ermöglicht künftig den barrierefreien Zugang ins Rathaus.

Gemeinderat

Oberhausens Rathaus bekommt einen „Turm“ - das bringt der Architekten-Wettbewerb

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Das alte Oberhausener Rathaus bekommt einen markanten Außenlift. Im Gemeinderat wurde der Sieger des Architektenwettbewerbs zum Umbau gekürt. 

Oberhausen– Es war ein gründlicher Prozess: Die Gemeinde Oberhausen hatte für den barrierefreien Umbau ihres Rathauses eigens eine öffentliche „Bürgerwerkstatt“ initiiert. Interessierte konnten den drei Architekturbüros – „B3“ aus Penzberg, „SunderPlassmann“ aus Greifenberg sowie „Zwingel/Dilg“ aus München – über die Schulter schauen. Deren Entwürfe lagen nun auf dem Tisch, der Gemeinderat musste einen Sieger küren. Der Jury gehörten auch Vertreter der Regierung von Oberbayern und Kreisbaumeister Horst Nadler an. Es wurde keine leichte Entscheidung.

Dass Sanierung des 1905 erbauten und 1992 renovierten Rathauses, einst als Schule errichtet, steht seit Längerem auf der Agenda. Bereits kurz nach der Kommunalwahl 2014 hatte sich der Gemeinderat dafür entschieden. Das nicht denkmalgeschützte Anwesen soll nach dem Umbau weiter die Verwaltung beherbergen, auch der viel genutzte Mehrzweckraum im Obergeschoss bleibt und erhält einen barrierefreien Zugang. Neu hinzukommen soll ein Café samt Freiflächen plus Friseurladen – für beides gibt es bereits Interessenten.

Den markantesten Entwurf legten die Münchner Planer von „Zwingel/Dilg“ vor: Sie verzichten auf einen Innenlift und platzieren als einzige den Aufzug nach außen, an der Nordseite zum Parkplatz hin. Der bestehende Toilettenanbau wird abgerissen, neue Sanitäranlage wandern in den Bestand. Die ortsbildprägende Fassade des ehemaligen Schulgebäudes bleibt erhalten. Der „Turm“ für den Lift, wie ihn Prof. Christian Schiebel, Sachgebietsleiter Städtebauförderung bei der Regierung bezeichnete, sei „ein modernes Element“, das durchaus das Gebäude beherrsche – ansonsten sprach er bei dem Plan zufrieden von einer „relativ klaren“ Erschließung. Die Außenanlage bringe jedoch innen einen Vorteil, wie Sandra Urbaniak vom betreuenden Germeringer Architekturbüro AKFU betonte: „Es gibt mehr umbauten Raum.“

Doch nicht jeder Rat konnte sich mit dem Lift-Turm anfreunden. Albert Heringer fürchtete deutliche Mehrkosten durch die Konstruktion. Auch, dass noch keine Infos zu den Ausgaben vorliegen, störte ihn – er forderte wenigstens „eine Hausnummer“ für den Umbau. Laut Urbaniak bewegt sich die Gemeinde bei einer ersten Schätzung bei um die 885 000 Euro brutto, rein berechnet nach der Fläche des Gebäudes.

Am Ende wurde es ein knappes Votum: acht Ja-Stimmen für den „Turm“, sieben mal gab es ein Nein. Dass die breite Basis fehlt, sieht Bürgermeister Thomas Feistl nicht als Problem. Auch der auf Platz zwei gelandete Plan von „SunderPlassmann“ sei sehr gut gewesen, was die Entscheidung schwer gemacht habe. Der Rathauschef favorisiert jedoch den Außenlift, „weil wir damit eher Platz gewinnen“. Beraterin Urbaniak zieht ein positives Fazit des Verfahrens: „Wir haben alle Möglichkeiten für den Umbau aufgezeigt.“ Allerdings räumt sie ein, dass man sich über ein „eindeutiges Ergebnis“ gefreut hätte.

Der Bürgermeister unterzeichnet nun den Vertrag mit den Sieger-Architekten. Die weiteren Planungen sollen mit dem eingerichteten Ratsausschuss erfolgen. Gibt es eine Kostenschätzung, geht der Zuschussantrag an die Städtebauförderung heraus. Ziel ist laut Feistl, den gemeindlichen Bauantrag noch heuer zu behandeln. 2020 könnte der Umbau erfolgen. Nächster Schritt ist dann die Umgestaltung des Dorfplatzes vor dem Rathaus. Feistl kann sich sowohl einen Wettbewerb als auch eine Bürgerbeteiligung vorstellen.

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