Stammstrecke: Polizeiliche Ermittlungen - Verspätungen und Ausfälle

Stammstrecke: Polizeiliche Ermittlungen - Verspätungen und Ausfälle
+
Nah am Publikum, und das nicht nur räumlich: Kabarettist Stephan Zinner am Sonntagabend auf der Oberhausener „Stroblbühne“. Zinner, bekannt auch als Söder-Verkörperung beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg, stellte sein Solo „Relativ simpel“ vor. 

Stephan Zinner brillierte auf der „Stroblbühne“

Bester Kumpel und Lästerspaßbeglücker

Stephan Zinner brillierte auf der „Stroblbühne“ als lockerer  bayerischer Lästerspaßbeglücker.  Und das vor vollem Haus.

Oberhausen – Stephan Zinner vor 20 Zuhörern, an diese Urständ’ könne er sich noch gut erinnern, sagte Franz Strobl zur Begrüßung. Der Wirt schuf vor rund zehn Jahren frühe Auftrittsmöglichkeiten für den Kabarettisten. Inzwischen füllt Zinner jeden Saal bis zum Anschlag. So auch am Sonntag Oberhausens „Stroblbühne“ mit dem Programm „Relativ simpel“.

Zinner gibt gleich derbe Dialektworte heraus, spürt die positive Resonanz und trifft klare Worte. Kein Vergleich zu München sei das, lobt er und schafft so das Gefühl, mit dem Publikum eine verschworene Gemeinschaft zu bilden. München wird gern aufgespießt, dies aber stets verknüpft mit einem Zweitthema. Das Leben in der engen Stadtwohnung wird kurios mit pubertär-desinteressierten Kindern und der Dominanz der Ehefrau verwoben. Bei der Begegnung mit der nervigen Hausmeisterin entspinnt sich eine Art Seitensprung-Motiv. Und der dicke Straßenkreuzer ist Stichwortgeber für eine ganze Mind-Map an Ideen.

Testosteronhungrige Rennradler in ihren 50ern werden veräppelt, dann folgt der Unfall mit dem SUV. Der Fahrer ist eine Parallelfigur zum „Isarpreißen“, aber Zinner demontiert den Autofetischisten eher genießerisch-hinterhältig, jedenfalls sanfter als die Kabarett-Konkurrenz. Die Problematik „unterlassene Hilfeleistung“ folgt ohne das Fachwort, dafür absolut zum Schieflachen, da Zinner sich selber als bumperlgsundes Opfer veralbert. Und beim Auftritt der Polizisten wird ausnahmsweise einmal nicht der Humor auf Kosten der Ordnungskräfte gezündet – Anspielungen ans Sheriff-Gehabe genügen.

Mit den USA verbindet Zinner auch die Affinität zum Blues. Gemeinsam mit Schlagzeuger Andy Kaufmann fetzt rund alle 12 Minuten ein Song durch den Raum: Mit deftiger E-Gitarre und rauer Stimme setzt Zinner effektiv Akzente. Zum besonderen Kracher wird der Vergleich mit der heutigen Jugend, die einfach nicht mehr tanzen könne – spricht’s und zeigt seine „Moves“: Der dynamische Breakdance ergibt ein Highlight mit besonders viel Beifall.

Das lässig-schnelle Hüpfen von Idee zu Idee, das trotz der thematischen Verfransungen großartig amüsiert, gelingt ebenso gut wie das sprachliche Einwickeln des Lästerns in eine joviale Hülle aus bierseligem Kumpel-Humor. Man fühlt sich immer irgendwie gutmütig auf die Schulter geklopft von diesem ungemein lockeren Lästerspaßbeglücker.

Die nächsten Termine

der „Stroblbühne“: Konzerte der „3 Männer nur mit Gitarre“ (Keller Steff, Roland Hefter und Michi Dietmayr) am kommenden Donnerstag, 9. November, sowie von „Pam Pam Ida“ am Freitag, 10. November, jeweils um 20 Uhr. Für Stephan Zinner gibt es einen Zusatztermin am Samstag, 17. März 2018, 20 Uhr: Info und Karten: 08802/222, www.stroblbühne.de.

Andreas Bretting

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Friederike“ hatte viel Durchhaltevermögen
Der Landkreis ist beim Sturmtief „Friederike“ vergleichsweise glimpflich davongekommen. Und doch war die Wetterlage laut dem Observatorium Hohenpeißenberg etwas …
„Friederike“ hatte viel Durchhaltevermögen
Autoverkauf: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Jedes Jahr wechseln in Deutschland zehn Millionen Pkw den Besitzer. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich von seinem Wagen zu trennen?
Autoverkauf: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Zwei Verletzte bei   Unfall  auf B 2 
Zwei Leichtverletzte und einen Sachschaden von rund 15 000 Euro meldet die Polizei nach einem Unfall, der sich am Mittwoch auf der B 2 ereignet hat.
Zwei Verletzte bei   Unfall  auf B 2 
Weilheimer rast auf Polizisten zu - die retten sich nur ganz knapp
Eine spektakuläre Verfolgungsjagd lieferte sich ein 25-Jähriger am Donnerstag mit der Polizei. Es bestand Lebensgefahr - für ihn, andere Autofahrer - und die Beamten! 
Weilheimer rast auf Polizisten zu - die retten sich nur ganz knapp

Kommentare